So langsam ostert es wieder, zumindest die bunten Parteiplakate säumen wieder die Laternenpfäle. Da ich gerade für’s Wiki die Nazizeit Ibbenbürens erarbeite, passt dieser Schinken gut rein:

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Das Buch habe ich 1996 gelesen, und kann das nur unterstreichen, was ich 2008 schrieb:

Ein Buch, das mir in grausiger Erinnerung bleibt wegen der Szene mit dem Kleinkind. Beschreibt schlicht die Ausgeliefertheit gegenüber dem Terror.

Ortskenntnis ist eine Zier, doch es geht auch ohne ihr. Natürlich geht es in der aktuellen Puff-Diskussion entgegen der Darstellung der IVZ nicht um ein Freudenhaus in Schierloh, sondern in Langewiese. Und ein Gerücht würde ich das auch nicht gerade nennen. Aber sei’s drum.

Diana’s Haus hatte vorher seinen Platz in Osnabrück, in letzter Zeit war in Langewiese aber wohl eher tote Hose. Und die Lustgänger machen dafür auch einen Grund aus:

die bewohner gehen auf die strasse mit videocamera und fotoaparat also ich geh bestimmt nicht hin

Verwunderlich ist allerdings, dass seitens der Stadt erklärt wird, es seien keine Bordelle in Ibbenbüren angemeldet. Mitunter scheint es in der Tat zu Wohnungsprostitution zu gehören, was in Ibbenbüren so abgeht. Und anscheinend muss man die nicht anmelden.

Beim Haus Laura hätte ich aber auf was anderes getippt.

Anfang der 1970er Jahre stand in der Kanalstraße 13 in Ibbenbüren ein Haus, das abbruchreif war. Man nannte es das Bangladesh. Viele Jugendliche tummelten sich in diesem unbewohnten Haus, weil es keinen Jugendtreff für sie in der Innenstadt gab.

Irgendwann tauchte ein Mann aus Berlin im Bangladesh auf, der sich Konsul von Bangladesh und Che nannte. Mit richtigem Namen hieß er Hugo Günter Lachmund. Im Konsulat sollen während seiner Anwesenheit Drogen wie LSD verkauft worden sein.

Lachmund stammte aus Thüringen, ließ sich in Wuppertal zum Bäcker ausbilden und war als Schiffskoch zur See gefahren. Er hatte in Deutschland seinen Pass verloren, dieser tauchte allerdings in einer Jacke einer Person wieder auf, die in Berlin überfahren wurde und unkenntlich entstellt wurde. Daraufhin erklärte man Lachmund für tot, was dieser aber erst nach seiner Wiederankunft in Deutschland erfuhr.

Nun ging er nach Freiburg und machte dort angeblich einen Magisterabschluss in Germanistik, holte aber sein Zeugnis nie ab. Danach ging er nach Ibbenbüren, wonach er als Koch im besetzten Tommy-Weißbecker-Haus in der Kreuzberger Wilhelmstraße arbeitete. Offenbar hat er in Berlin erzählt, er habe im Münsterland eine Hilfsorganisation für Bangladesh gegründet.

Lachmund starb 2002, nachdem er den Anspruch auf Sozialhilfe verlor und in Folge dessen ein lebenswichtiges Blutverdünnungsmittel nicht mehr beziehen konnte, völlig verarmt in Berlin auf einer Parkbank.

Mehr im Wiki: http://wiki.ibbtown.com/Konsulat

Metrickz hat schon wieder was Neues und bringt mit Kamikaze am 29. April gleich eine ganze EP auf den Markt. Durch die Stadt reicht allerdings in seiner allmählich nervenden und kritikfreien Selbststilisierung nicht an den Vorgänger heran.

Gäß´ton seggt Hilde, dat en Horenkasten in Schierloh upmakt hebb. Waor kan dat denn sien?
In de Kläraanlage? Die woord toch auk renoviert.

De Böm woord ümleegt, daor is en niege Stroate hin. In de Goorn woord de Unkruut wühn. Dann kan de Utlänners tohand intrekken.

Tja, also entweder hat da die Schlussredaktion der IVZ geschlafen und der Fußgängerinterviewer kann nicht richtig zuhören oder da ist jemandem ein famoser Troll gelungen. Jedenfalls: Gegen diese Bildunterschrift eines Interviewten kommt man dann auch mit Satire nicht mehr gegen an.

Erich Weißel (68), Ravensburg

Im Trollen ist Erich eigentlich aber auch begnadet. (Danke an den Einsender!)

Aktualisierung 28. März 2014, 13 Uhr

Zumindest online hat man die Angabe nun korrigiert.

Für den Artikelschreiber, der am 21. Oktober 1964 in der IVZ vom Tode Edmund Geilenbergs berichtet, war er ein Vorbild. Geilenberg habe “in all seinen arbeitsreichen Jahren stets einen sehr engen Kontakt mit seiner Heimatstadt Ibbenbüren” gepflegt. Der “allseits geschätzte und geachtete Werksdirektor” lebte “in seinem wohlverdienten Ruhestand” bis zu seinem Tod am Sonnenhügel.

Und er hatte tausende Menschenleben auf dem Gewissen.

am 27.03.2014 von unter Noch was abgelegt. | 1x kommentiert

… mit stolzen 296.000€. Glückwunsch, Herr Hille!

Ja, so eine Überraschung, da geht man mal vor die Tür und da entdeckt man, dass direkt an die Straße jemand einen Bücherschrank gestellt hat. Wie wunderbar. Gleich mal was reinstellen. Dieses Mal den die Leser doch oftmals eher enttäuschenden Nachfolger von Das Parfum von Patrick Süskind.

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Die Geschichte von einem weltentfremdenten Pförtner, der sich so weit vom Leben abgeschottet hat, dass ihn eine Taube gänzlich aus der Fassung bringt, ist eben nicht für jeden was. Aber ganz ohne einen Punkt zu treffen, ist der Schmöker dann eben auch nicht.