Morgenkaffee

Stefan Niggemeier legt offen, wie gerade bei der “Blödzeitung” (Paul Stoever) Islamhasser und Blödzeitungsmoralbefürworter unter einen Hut gebracht werden.

Russland droht durch die Sanktionen anderer Länder eine Rezession.

Schöner Begriff: Das Betreuungsgeld führt offenbar zu frühkindlicher Bildungsferne bei Kindern von Migrantenfamilien und bildungsfernen Eltern.

Und während ich mir die Frage stelle: Sind Kinder frühkindlicher Bildungsferne eigentlich schadenersatzberechtigt? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

tickets

So, wieder mal was zum Verlosen: 10 Tickets hätten wir da für das American Football-Spiel Osnabrück Tigers vs. Hannover Spartans am 3. August 2014 in der Zentralen Sportanlage Atter in Osnabrück. Wünsche per E-Mail, ins Kommentarfeld unter diesem Artikel, via Twitter oder Facebook abgeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Heute war jemand aus Ibbenbüren wieder mal im Fernsehen und zwar mütterlicherseits bei Familien im Brennpunkt, was bei RTL ambitionslos versendet wird. Vollpfosten vor der Kamera wäre auch ein schöner Titel für dieses talentbefreite Herumdilletantieren gewesen, für das man einfach schmerzbefreit sein muss. Erwarten uns nun die nächsten Grillsaucen?

Wo wir gerade dabei sind: Der Dieter aus Essen ist wieder anschaubar.

Kanal-4 fragt den Bürgermeister aus, nicht sonderlich kritisch, aber nett:

dankeivz Schon ein paar Mal hat sich die IVZ on- und offline bei angeblich 10.000 täglichen Lesern ihres Internetangebots bedankt. Klingt gut, könnte man mit angeben – wenn man mal darstellt, woher diese Zahl stammt. Sind das die Besucher der eigenen Internetseite? Werden auch die Zugriffe von nicht eingeloggten Besuchern mitgezählt, die gar keine Artikel lesen können? Oder addiert zusätzlich die Facebook-Nutzerzahlen? Twitternutzerzahlen? Die IVZ, die ja gerne mal Probleme mit dem Unterscheiden von Klick- und tatsächlichen Benutzerzahlen hat, erklärt diese Zahl bislang nicht. Zumindest nicht in den eigenen Medien.

Allerdings findet sich auf den Seiten des Mediadaten Verlages unter Berufung auf die IVW-Analyse des 2 Quartals 2014 eine Zahl zu den Internetseitenbesuchern der IVZ: 217988. An die IVW geben Verlage aktuelle Reichweitenzahlen ihrer Zeitungen. Wenn diese Zahl einzelne, tägliche Benutzer innerhalb eines Monats bedeuteten, käme die IVZ damit auf 7266 Leser täglich. Nur: Das sind es nicht. Angegeben werden Page Visits, nicht Unique Visits. Mit Page Visits sind in der Wortverwendung von Google, und Google nimmt die IVZ zur Analyse ihrer Nutzerzahlen, aufgezeichnete Besuche einer Seite durch eine IP-Adresse mit Pausen von mindestens 30 Minuten zwischen Besuchen. Einfacher ausgedrückt: Rufe ich morgens die Seite der IVZ auf und eine halbe Stunde später noch einmal und abends wieder, habe ich 3 Page Visits erzeugt. Ich bin aber nur ein einziger Leser.

Um es noch lustiger zu machen: Es gibt nicht nur Personen, sondern auch Computer, die Internetseiten aufrufen. Man nennt diese Computer Bots. Die Angabe Googles zu Page Views ist nicht von vornherein Bot bereinigt.

Die Zahl von 10.000 digitalen Lesern erscheint somit etwas dubios.

Stefan Donnermeyer, Oberstudienrat an den Kaufmännischen Schulen Tecklenburger Land in Ibbenbüren, ist zum “Lehrer des Jahres” gewählt worden. Der Preis wird von den Initiatoren Stern, Sparkassen, ZDF und Porsche ausgerichtetet.

Die Entkaterung ist noch im Gange, alle Utensilien von der Party sind aber schon verpackt und wir wonnen uns noch in den unbezahlbaren Momenten von gestern Abend:

Die Saure-Gurken-Zeit im Sommer ist seit jeher ein Problem für die Zeitungen: Wenn die Leute in den Urlaub fahren, die Vereine kaum Veranstaltungen haben und auch von der Politik nichts zu hören ist, dann wird es noch schwieriger, die Zeitung voll zu kriegen.

Die IVZ schoss vergangene Woche allerdings mit 4 gehaltlosen Artikeln (24. Juni, 25. Juni, 26. Juni, 28. Juni) über eine Bahnschranke den Vogel ab: Man interviewte u.a. vor der Schranke Wartende, ob die Schranke an der Bahn rechtzeitig runterfahre. Auf die Art hätte man auch im Supermarkt Hinten-in-der-Schlange-Stehende fragen können, ob der Bezahlvorgang zu lange dauert. Oder man fragt sich, wie lange Rollstuhlfahrer zur Überquerung brauchen und wie viel Zeit man beim Überqueren des Bahnübergangs braucht, wenn man unterwegs ein Taschentuch verliert.

Stellen Sie sich nur mal vor, es fährt ein Rollstuhlfahrer über die Gleise, muss nochmal zurück, weil er unterwegs seine Tempos liegen gelassen hat, und dann geht dem Rolli der Saft aus.

Was soll bei so einem Journalismus rumkommen?

Landeshauptstadtbahnhofsbratwurst

Ein 100g Würstchen mit Brötchen und Senf bekommt man am Bahnhof Düsseldorf für stolze 2,85€. Die Wurst hat kaum Geschmack, ist nicht sonderlich gut angebraten und das Brät sehr weich. Lecker ist anders, aber der Magen hat was zu tun. Hat nicht überzeugt: 1 von 5 Sternen.

buchleser

Man muss die ersten 100 Seiten dieses Schmökers überleben, dann geht es bei Christian Wulff zur Sache:

  • Seine Ausführungen zum Thema Integration liefern den Unterbau zur Behandlung des Themas als Bundespräsident und zeigen, dass er mit diesem Thema bislang besser punkten konnte als sein Nachfolger Gauck mit dem Thema “Freiheit”.
  • Seine Ausführungen zur christlichen Interpretation vom gesellschaftlichen Miteinander sind beachtenswert – gerade in direkter Konfrontation zu fundamentalistisch-christlichen Stimmen aus Deutschland.
  • Seine Manöverkritik vor allem an “Blödzeitung” (Paul Stöver), SPIEGEL und FAZ werfen die Frage auf, weswegen es bei den entsprechenden Verlagen nichts, aber auch gar nicht gegeben hat, um den Qualitätsjournalismus nicht an der Nase durch die Manege zu schleifen; Gerüchte wurden wie Tatsachen behandelt, Entlastendes unter den Tisch fallen gelassen, drohende Negativschlagzeilen als Erpressungsgegenstand genutzt. Man hat ohne Zwang die Hosen runter gelassen.

Und so schreibt Peer Steinbrück über das Buch:

Mit einem gewissen Abstand stellen sich der ‘Abschuss’ und die Entwürdigung von Christian Wulff als Skandal eines gewalttätigen Journalismus im Umgang mit einem Politiker dar. [...] Die Spiegel-Affäre vor über 50 Jahren war schlechthin der Skandal der Politik im Umgang mit einem kritischen Journalismus und der Pressefreiheit. Jetzt ist es umgekehrt.

Bei der FAZ ist Jürgen Kaube vom Buch nicht begeistert. Wen wundert’s.