Ganz schön verdienstvoll, wie Jürgen Kehrer, der Erfinder der Wilsberg-Reihe im ZDF, das Münsterland in den Blickpunkt der deutschen Kriminalliteratur rückt. Münsterland ist abgebrannt ist der Auftakt einer neuen Münsterlandkrimireihe und kommt schon mal näher in unserer Richtung als andere Münsterlandkrimis.
Der Plot ist eine Biopiraterie-Geschichte zwischen Nordwalde, Altenberge, Spitzbergen, Münster und Lengerich. Dass der milionenschwere Besitzer eines Unternehmens aus Lengerich auch in Lengerich wohnt, kommt mir zwar etwas merkwürdig vor, aber lassen wir das der dichterischen Freiheit. Dass die dauergeile Asiatin ausgerechnet aus dem chinesischen Dörfchen kommt, das in der Geschichte eine wesentliche Rolle spielt, dann aber so gar nichts mit der Geschichte zu tun hat – etwas irritierend. Dass im Altenheim das Maikäfer-flieg-Lied in einer Zeile zu “Münsterland ist abgebrannt” umgedichtet wird, ich mag’s mir nicht vorstellen.
An den besten Stellen ist dies ein Regionalkrimi, der sich sprachlich und inhaltlich von anderen Repräsentanten seines Genres wohltuend abhebt, an schlechteren eine uninspirierte Aneinanderreihung von Hauptsätzen, die den Leser aus der Geschichte reißen. Für trübe Sommerregentage aber eine willkommene Abwechslung, nicht nur für Leute aus der Region.
Gestern haben ja große Zeitungen rumgememmt, weil ihre Leser das Programm AdblockPlus verwenden, und so Werbebanner unterdrückt werden. Die Hersteller des Programms reagieren nun und sagen, dass Problem sei Indikator des Problems, nicht das Problem selbst. Die Zeitungen vermögen es eben nicht, Werbung passend online aufzubereiten. Das ist ja lokal auch nicht anders.
Der neue Roman von Dan Brown kommt heute wohl heraus und die deutsche Übersetzung wurde in zwei Monaten von diversen Übersetzern in einem Bunker hergestellt.
Und während ich mir die Frage stelle: Kann man das nächste Mal diese Brown-Schinken nicht einfach auch im Bunker lassen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.
Katrin Brand meint beim NDR, dass die Piraten noch nicht geeignet seien, in den Bundestag einzuziehen. Andererseits hält sie auch den Franktionszwang für ein demokratisches Mittel, um Verlässlichkeit anzuzeigen. Ja, da klammern wir doch mal aus, dass das benutzt wird, um den Abgeordneten ihren eigenen Vernunftgebrauch abzuschawtzen. Nee, nee, gut dass solche Leute bei den Öffis sind, und sich nicht auf dem freien Markt bewähren müssen. Iris Alanyali ärgert sich über die albern-feministische Aktion des ZDF-Moma. In der Süddeutschen wird das Ausbeuten von Pädagogen mal thematisiert, die über die Sommermonate Arbeitslosengeld beziehen müssen.
Und während ich mir die Frage stelle: Sind die Öffis eigentlich ansteckend in ihrer Naivität? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.
Die Internetfirma Checkdomain.de verschenkt wieder TLD-Weltkarten für einen Blogeintrag. Welche Blogger das auch interessiert – hier entlang. Wer nicht Blogger ist, kann die Karte für 27€ erstehen. Für alle versendete Plakate gehen jeweils 10€ an die Deutsche Krebsstiftung.
Die Kritik an der IVZ, dass man mit einer generellen Abo-Gebühren-Erhöhung die eigenen Online-Spielereien zu refinanzieren versucht, weil der Versuch, diese durch Werbung zu finanzieren, gescheitert ist, reisst nicht ab.
Immerhin scheint es durchaus die Möglichkeit zu geben, ein bloßes App-Abo abzuschließen. Allerdings sieht es auf der itunes-Seite so aus, als ob das mit 30,99€ noch teuerer als die Kombi-Variante ist.
Andererseits ist es auch merkwürdig, wass der Nutzer der IVZ-Android-App so alles einräumen muss. Die installierte App vermag es,
- Ihre genaue Position anhand von GPS-Daten oder über Netzwerkstandortquellen wie Sendemasten oder WLAN zu ermitteln. Diese Standortdienste müssen auf Ihrem Gerät verfügbar und aktiviert sein, damit die App sie verwenden kann. Apps können Ihren Standort anhand dieser Daten ermitteln und verbrauchen eventuell zusätzliche Akkuleistung.
- Daten zu den auf Ihrem Gerät gespeicherten Kontakten zu ändern, einschließlich der Häufigkeit, mit der Sie bestimmte Kontakte angerufen, diesen E-Mails gesendet oder anderweitig mit ihnen kommuniziert haben. Die Berechtigung ermöglicht Apps, Kontaktdaten zu löschen.
- auf die Telefonfunktionen des Geräts zuzugreifen. Die Berechtigung erlaubt der App, die Telefonnummer und Geräte-IDs zu erfassen, festzustellen, ob gerade ein Gespräch geführt wird, und die Rufnummer verbundener Anrufer zu lesen.
Wozu will die IVZ denn wissen, wo ich bin und mit wem ich telefoniere? (weiterlesen …)
Und während ich mir die Frage stelle: Wäre das womögliche Problem nicht schon dadurch gelöst, wenn die Medien die Namen der Anwälte wenig erwähnen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.
Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, keine Neuanschaffungen für den Bücherschrank mehr zu besorgen, sondern erstmal den vorrätigen Bestand zu dezimieren. Aber dann kamen mir halt diese Ein-Euro-Bücher dazwischen.
Immerhin habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Irgendwie sammle ich die Ein- und Zwei-Cent stücke. Die verwende ich nie zum bezahlen. Geht es Ihnen anders? Und aus der Wohin-mit-dem-Scheiss-Pöttchen habe ich nun das Kapital für diese Neuanschaffung genommen. Ja, die Verkäuferin hat sich auch gefreut.
Reingestellt habe ich daher die Gesammelten Gedichte von Rainer Brambach, einem schweizer Lyriker. Aus dem Bücherschrank sind meine Sachen ja schnell weg, also vielleicht schauen Sie bei Interesse besser im Ein-Euro-Laden vorbei.
bloggt hauptsächlich unter 2muchin4mation, aber gelegentlich eben auch über sein Heimatstädtchen. Daneben ist er auf Twitter, Facebook und Google+ zu finden.