Bin grad an Kaffee trinken un hab das Volksblättken vor mir. Wird ja hier inne Ecke ein niege Schwienhukk gebaut. Hat ja wohl een Anligger op Gericht geklagt, wegen die Emigration und so. Alle wollen Grillfleesch un Worst un Fleesch ham, aber keener will dat Vieh in siene Naberschop ham. Wo sollen die ganzen Schwiene denn hin? Sollen die in Supermarkt hinter die Theke wohnen? Wie hebben 1300 Schweine in usen Stall. Da is nix mit Emigration un so. Die Schwien migriert nur upn Wagen von die Schlachterei. Es riecht n bitken in Stall, aber das is ja nich buiten. Up Land is nur gute Lücht.
So, nu muss ich mitn Trecker nach Büren fahrn, einkaufen.
Martin Weber hat heute Morgen den Sonnenaufgang in St. Modestus in Dörenthe aufgenommen:
Bin grad vonne Diele runter, muss ja noch Kartoffeln schäln fürs Mittagessen. Hab die Tage in Radio gehört, datt die Strompreise ja auch weer düür weren. Vor allen Dingen in die Gegenden wo die Buer so veele Pferde hat, solln die Preise für Strom ganz veel düür weren. Weil die durch den schlechten Sommer und so nich so viel Strom ernten konnten. Hab ich nicht wirklich verstanden, den Ansager in Radio.
Was haben Pferde mit Strom zu tun?
So, de Buer hat gerufen. Ich muss dann mal Kartoffeln schäln …
Siegfried Kauder hat letzte Woche gesagt, anonymenes Publizieren müsse in Deutschland aufhören. Hinter dieser Forderung steht sowohl ein merkwürdiges Rechts- wie Technikverständis: Das anonyme Verwenden technischer Dienste ist in Deutschland nach § 13 Abs. 6 TMG erlaubt und im Ausland auch. Demnach müsste in Deutschland eine Internetsperre erlassen werden, die Dienste, die anonymes Publizieren im Ausland ermöglicht, in Deutschland unerreichbar macht. Mir erscheint das so wenig sinnvoll wie machbar.
Auf Ibbtown bloggt nun jemand unter Alias und ich kann nur verraten: Ich bin’s nicht. Das erscheint vielleicht etwas merkwürdig, denn u.a. war ich es ja, der die Identität hinter Cebulon aufgedeckt hat. In diesem speziellen Fall ging es allerdings darum, dass das Pseudonym zur Verbreitung geschützter Information und zu persönlichen Angriffen verwendet wurde. Diese Kombination motivierte mich hinter das Pseudonym zu schauen. Das ist so wenig verboten wie das Verwenden eines Pseudonyms an sich. Und so kann auch jeder darüber spekulieren, wer Knechthild Dielenschiet wohl ist.
Ich für meinen Teil freue mich über eine zweite Stimme in dieser Umgebung, über Neues von’s Land und wünsche allen Lesern viel Spaß mit Knechthild!
Ich bin die Neue hier. Mein Name ist Knechthild Dielenschiet, ich werde ab und zu mal hier von´s Land schreiben. Freut euch auf mir!
Länge: 55 Minuten
Titelliste
1. Dire Straits – Walk of life (live)
2. Kenny Rogers – The Greatest
3. Weird Al Yankovic – Don’t download this song
4. New World – Sister Jane
5. R.E.M. – It’s the end of the world as we know it (and I feel fine) (live)
6. Dick Brave and the Backbeats – Teenager in love
7. John Miles & Pur – Music (live auf Schalke, 2007)
8. The ventures – The swinging creeper
Sendungsnotitzen
- Der Film von Weird Al Yankovic heißt UHF – Sender mit beschränkter Hoffnung und hatte 1989 keine Chance an den Kinokassen gegen Batman und Indiana Jones.
- Bill Plympton zeichnet sich für das Video zu Don’t download this song verantwortlich.
- Roland Bless stieg 2010 bei Pur aus.
Nee, watt’n Zufall: Auch die zweite Handschriftart, die ich seit 3 Jahren einsetze, TFSagenaw, findet sich nun im Lokalblatt. Und ich bin mir sicher, dass man auch hierfür die kommerziellen Lizenzen eingeholt hat
.
Der Artikel, der auf ivz-online.de zum Tötungsdelikt in Ibbenbüren zeitnah erschienen ist, ist akzeptabel: Gut, die Straße und die oft gezeigte Hausnummer sind Informationen, die keinen Nachrichtenwert haben, sondern nur der Informationsgier von Schaulustigen dienlich ist. Aber ansonsten ist er angemessen sachlich.
Zu sachlich, meinte man wohl in der IVZ, und machte aus diesem Artikel für die Printausgabe eine reißerische Geschichte, die so gar nichts mehr mit seriöser Berichterstattung zu tun hat:
Es steht ein Streifenwagen am Bürgersteig. Vor einem Einfamilienhaus, schmuck und weiß. Der Wagen ist aus, ein Polizist steht in der Tür. Ein paar Meter weiter an der Ecke parkt Polizeiauto Nummer zwei. [...] Das Haus am Kirchenesch, es ist ein Tatort. Hier ist am Dienstag – irgendwann früh morgens – eine Frau gestorben. Ihr Mann hat sie erschossen.
Das ist nicht die Sprache, in der seriöse Berichterstattung formuliert wird, das ist die Sprache von billigster Kriminalunterhaltung. Wer immer in diesem Drama die Chance gesehen hat, seinem Hobbyschriftstellertum zu frönen, er lag beeindruckend daneben: Es werden Dinge beschrieben, die in Bezug auf die eigentlichen Sachlage vollkommen nebensählich und nicht-berichterstattenswert sind: Die Anzahl der Streifenwagen, der Ort, wo sie geparkt werden, der Aufenthaltsort eines Polizeibeamten, der Straßenname, die überflüssig vage Zeitangabe, kurzum: Die gesamte überflüssige Dramatisierung des Geschehens.
Nach diesen Sätzen kommt der ursprüngliche Text wieder durch, aber dann wird wieder zur Effekthascherei gegriffen, die angesichts dessen, worüber geschrieben wird, geschmacklos verfehlt ist:
Gesicherte Tatsache ist: Die Waffe war legal im Haus, der Mann war – wie auch seine Frau – als Jäger aktiv. Gefallen ist ein Schuss. [...] “Ich bin komplett überrascht”, sagt ein Nachbar. Er unterhält sich mit einem älteren Kollegen aus der Fastnacht Poststraße/Kirchenesch. “Er war gestern noch bei mir zu Hause”, erzählt einer der beiden. Sie saßen bei Federweißem und Bier (“aber wir haben nicht viel getrunken!”) zusammen und haben ein Bosselturnier vorbereitet.
Man könnte lachen über eine derartige Verfehlung, wenn der Kontext nicht so bitter wäre. Um es klar zu sagen: Der dramatisierte Nachbarschaftstratsch ist in dieser Form ist so geist- wie pietätlos. Die Zitate umfassen ungefähr die Hälfte der derart auftauchenden Sätze.
Es steht ein einziger Satz in diesem Artikel, der sachlich wirklich etwas erklärt:
Noch ist unklar, welches Drama sich zwischen der 49-jährigen Ärztin und ihrem Mann, einem 52-jährigen Kaufmann abgespielt hat.
Der Satz hätte als Berichterstattung auch ausgereicht. Nicht mal das Foto hätte es gebraucht. Aber damit kriegt man eben keine halbe Seite voll. Dafür braucht man Phantasie.


