Stichwort: IVZ
Des Kaisers neue Digitalangebote

Die Kritik an der IVZ, dass man mit einer generellen Abo-Gebühren-Erhöhung die eigenen Online-Spielereien zu refinanzieren versucht, weil der Versuch, diese durch Werbung zu finanzieren, gescheitert ist, reisst nicht ab.

Immerhin scheint es durchaus die Möglichkeit zu geben, ein bloßes App-Abo abzuschließen. Allerdings sieht es auf der itunes-Seite so aus, als ob das mit 30,99€ noch teuerer als die Kombi-Variante ist.

Andererseits ist es auch merkwürdig, wass der Nutzer der IVZ-Android-App so alles einräumen muss. Die installierte App vermag es,

- Ihre genaue Position anhand von GPS-Daten oder über Netzwerkstandortquellen wie Sendemasten oder WLAN zu ermitteln. Diese Standortdienste müssen auf Ihrem Gerät verfügbar und aktiviert sein, damit die App sie verwenden kann. Apps können Ihren Standort anhand dieser Daten ermitteln und verbrauchen eventuell zusätzliche Akkuleistung.

- Daten zu den auf Ihrem Gerät gespeicherten Kontakten zu ändern, einschließlich der Häufigkeit, mit der Sie bestimmte Kontakte angerufen, diesen E-Mails gesendet oder anderweitig mit ihnen kommuniziert haben. Die Berechtigung ermöglicht Apps, Kontaktdaten zu löschen.

- auf die Telefonfunktionen des Geräts zuzugreifen. Die Berechtigung erlaubt der App, die Telefonnummer und Geräte-IDs zu erfassen, festzustellen, ob gerade ein Gespräch geführt wird, und die Rufnummer verbundener Anrufer zu lesen.

Wozu will die IVZ denn wissen, wo ich bin und mit wem ich telefoniere?
(weiterlesen …)

am 11.05.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben
Klaus Rieping über die neuen IVZ-Formate

Ja, upsalla, während unsereins fröhlich Schränke zusammengeikeat hat, rummste es in der Kommentarspalte des IVZ-Berichts zu den neuen IVZ-Formaten derart, dass sich scheinbar der IVZ-Geschäftsführer Klaus Rieping, jedenfalls der Benutzer eurofighter, der sich als Klaus Rieping bezeichnet, dazu Stellung nimmt. Seitens der Kommentatoren steht die verkappte Preiserhöhung eines IVZ-Abos, das auch Online-Angebote ernthält, auf 30,90€, die Bindung der Online-Angebote an ein Abo der gedruckten Zeitungsausgabe und das Nichtfunktionieren(!) der Apps auf gängigen Smartphones und Tablets in der Kritik.

eurofighter betont hierzu:

Die Leistung eines Verlages liegt nicht im Bdrucken von Papier mit Farbe, sondern in der professionellen, aktuellen, journalistischen Aufbereitung der Nachrichten und Informationen in Text, Bild und nun auch Bewegtbild für verschiedene Medien.

Na, mit der Argumentation steht er Norbert Tiemann ja in nichts nach. Die Leistung eines Verlages liegt im Ergebnis der Arbeit seiner Journalisten? Wollte er das wirklich sagen? Das ist ungefähr so verständlich, als wolle man sagen, die Qualität der Arbeit einer Verkäuferin bemesse sich an der Qualität der Cola, die sie mir verkauft.

Aus welchem Grund sollte der gleiche Inhalt in verschiedenen Medien unterschiedliche Preise haben?

Tja, aus welchem Grund kostet eine Blue-Ray-DVD mehr als eine normale DVD, obwohl sie denselben Inhalt haben? Na, vielleicht weil die Herstellungskosten höher sind?!

Wir bedienen nunmehr alle Interessen unserer Leser und User mit größtmöglicher Aktualität und Verfügbarkeit weltweit. Das hat seinen Preis. Wir meinen, ein Euro pro Tag ist da nicht zu viel.

Nun kostet die Zeitung im Abo durchschnittlich am Tag keinen Euro, sondern 1,09€, künftig 1,21€ – monatlich nicht 25€, sondern 30,90€. Aber so kann man natürlich auch unter den Tisch fallen lassen, dass gerade eine Preiserhöhung von 9% von statten geht: Indem man läppisch von einem Euro redet.

Die IVZ hat in den vergangenen Jahren erheblich in digitale Technik, Personal und Knowhow investiert; auch, um unabhängige lokale Berichterstattung künftig überhaupt weiter gewährleisten zu können. Print und Digital.

Die lokale Berichterstattung ist so gefährdet, dass sie überhaupt weiter gewährleistet werden muss? Meint er das ernst? Ich nenne mal das Magazin Mittendrin, das Stadtjournal, die Wirin, Heimspiel online, Ibbpunkt, die Osnabrücker Sonntagszeitung – ganz zu schweigen von all den Internet- und Facebook-Seiten. So viel war noch nie da. Wenn es irgendetwas gibt, dass gerade nicht gefährdet ist, dann lokale Berichterstattung.

Mir ist kein lokaler Zeitungsverlag unserer Größe in Deutschland bekannt, der vergleichbare Leistungen so günstig anbieten kann.

Klaus Rieping, IVZ-Verlagsgeschäftsführer

Mir schon.

Und das sogar im Münsterland: Die Borkener Zeitung verkauft ein ePaper-Abo für 21,50€. Das Abo der Wetzlaer Neuen Zeitung kostet 23,30€, das der Wilhelmshavener Zeitung kostet 22,20€, das der Oldenburger Zeitung kostet 20€, das vom Delmenhorster Kreisblatt 17,50€, das Stader Tageblatt 17€, die Peiner Allgemeine möchte 16€ für ein ePaper-Abo haben und das ePaper des Iserlohner Kreisanzeigers und Zeitung bekommt man sogar schon für 14,50€.

Auf Anhieb habe ich überhaupt keine Zeitung mit vergleichbarer Auflage gefunden, deren Bezugsmöglichkeiten eines Online-Zugangs so teuer war wie der der IVZ. Zugegeben: Bei einigen Zeitungen ist der Online-Zugang bei zusätzlicher Bestellung der gedruckten Ausgabe ebenso teuer, manchmal 1€ im Monat teuerer. Einerseits ist fraglich, wer beides bestellen möchte, andererseits kann man ein Abo künftig problemlos dreiteilen: Eine Person nutzt die gedruckte Ausgabe, eine die App auf dem Tablet und eine das ePaper. Da kann so manches Abo gespart werden. Aber ob die IVZ das wollte?!

am 7.05.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben
Das ePaper und die Apps der IVZ

Es sind nun kaum anderthalb Jahre vergangen, dass die IVZ angekündigt hat, dass ihre Inhalte bald kostenpflichtig sein werden und endlich kann man mal sehen, wie sie sich das vorgestellt haben: Mit Apps und einem ePaper. Was die Dienste mal kosten sollen, ist aber unklar. Ich hatte mich schon gewundert, weswegen man das Nörgelschild so langsam in den Ruhestand schickt, und nur noch die Nörgelmitteilung in schriftlicher Form unter die Artikel klatscht.

Das ePaper ist halt die normale Printausgabe der IVZ, wobei man sich schon fragt, wer den Mantel der Zeitung braucht, da steht eh nur drin, was vorher online allenthalben zu lesen ist.

Auch die Apps sind eher nach der Devise Alter Wein in neuen Schläuchen angelegt. Zumal man beim Thema Apps 2 Jahre hinterher hinkt. (Warum eigentlich? Und wer hat nochmal dieses iPad gewonnen?)

Interaktion? Weiterhin Fehlanzeige. Journalismus als vorgekautes Halbwissen. Spannend geht anders. Aber bunt isses.

Aktualisierung, 07. Mai

Die IVZ hat dann heute mal den Startschuss gegeben, worüber wir gestern schon geschrieben, und was wir verlinkt haben, und nennt die verstrichenen anderthalb Jahre “Vorbereitung”. Nee, is klar. Komisch nur, dass wir eher als die IVZ-Redaktion wussten, wo der Link zur Android-App ist.

Klaus Rieping zur Strategie der Verlages: „Die Kunden erwarten heute, dass Informationen auch in den digitalen Medien zur Verfügung stehen.“

Naja, vor allem erwarten die Kunden, dass die IVZ den Standard anderer Zeitungen nicht unterläuft, und fragen gerade deswegen nach einem vergünstigten Abo nur für einen Online-Zugang und nach einem breiteren und flexiblen Lokalnachrichtenangebot (inkl. Rheine und Emsdetten) – wie man es bei der NOZ vorfindet. Aber danach schaut es bei der IVZ gerade nicht aus.

Stattdessen wird derzeit nur ein Papier- und Online-Angebot für drei € mehr als das Papierabo, d.h. für unterm Strich 30,90€, in Aussicht gestellt. Aber wer braucht das schon? Vielleicht sollte man doch genauer hinhören, was die Kunden erwarten.

am 6.05.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben
Kaffeeprüttlesen mit der IVZ

Manchmal frage ich mich schon, ob man sich bei der IVZ selbst noch für voll nimmt. Da macht man eine Online-Imfrage, bei der jeder dutzendfach abstimmen kann, und versucht den IVZ-Lesern weis zu machen, tausende unterschiedliche Personen hätten an dieser Umfrage teilgenommen. Ist das noch Naivität oder Vorsatz?

405 Menschen wollen ein Ibb-Kennzeichen
Wir haben im Internetauftritt unserer Zeitung auf www.ivz-online.de nachgefragt: Holen Sie sich ein altes Nummernschild? 1153 haben innerhalb von zwei Wochen geantwortet und fast die Hälfte – 493 Stimmen (43 Prozent) – will ihr bisheriges ST-Kennzeichen für den Kreis Steinfurt behalten.

Nein, liebe IVZ, keine 405 Menschen haben da für ein IBB-Kenzeichen abgestimmt. Ein dicker, fetter Patzer für ein Medium, dass seit Januar letzten Jahres rumnörgelt, dass man Beiträge online zur Verfügung stellt, die man eigentlich bezahlt sehen möchte.

Das Online-Umfrage-System der IVZ verwendet lediglich Cookies, das sind Dateien, die beim Abstimmen im Cache des Browsers abgelegt werden. Leert man den Cache umgehend, kann man sofort wieder abstimmen. Verwendet man einen anderen Browser, kann man sofort wieder abstimmen.

Das habe ich auch getan, ich weiß gar nicht wie oft. Das haben sicherlich andere auch getan und das witzige ist: Die IVZ weiß nicht mal ansatzweise, wie oft. Die IP-Adressen der Nutzer sind ja offenbar nicht gespeichert worden, sonst hätte man Mehrfachabstimmungen eher unterbinden können.

Die Online-Abstimmung sowie die Berichterstattung dazu sind so seriös wie Kaffeeprüttlesen.

am 29.04.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben
Farbenblind

DSCF8054

Die IVZ berichtet darüber, wie eine Lehrerin von einer Sozialarbeiterin im Straßenverkehr drangsaliert wurde:

Die Lehrerin wurde jedoch vor Gericht von Staatsanwaltschaft und Verteidigung derart mit Fragen bombardiert, dass sie sich in Widersprüche verstrickte. Als sie von einer orangefarbenen Ampel sprach, fragte die Oberamtsanwältin: „Was ist orange, es gibt nur rot, gelb oder grün“. Die Zeugin antwortete: „Ich sehe immer orange.“ – „Haben Sie Wahrnehmungsstörungen, sind Sie farbenblind“, fragte daraufhin die Anklagevertreterin. „Nein, sonst wäre ich nicht Lehrerin geworden“, antwortete die Zeugin.

Tja, Verwiklungen in Widersprüche kann ich hier weit und breit nicht erkennen. Der Witz ist ja: Zwar wird die mittlere Ampellichtfarbe straßenverkehrsrechtlich als “gelb” bezeichnet, tatsächlich ist sie aber eher orange. Die Redeweise der Lehrerin ist somit nicht wahrnehmungsgestört, sondern schlicht richtig, nur die Oberamtsanwältin missachtet den Unterschied zwischen Deklaration und tatsächlicher Erscheinung.

Offensichtlich ist es für die Lehrerin ein Widerspruch, Wahrnehmungsstörungen zu haben und den Beruf des Lehrers auzuüben. In den verwickelt sie sich aber nicht. Abgesehen davon muss das eine Einzelnmeinung sein *hust*.

am 16.04.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben
Wie die IVZ Plagiate einbaut

Angeblich befürwortet auch die IVZ das Leistungsschutzrecht für Presseverleger, wobei ich nicht weiß, worauf diese Liste beruht. Dazu will nicht ganz passen, wie die IVZ scheinbar online Plagiate als eigene Qualitätsarbeit kennzeichnet.

Gestern brachte die IVZ online diesen Artikel über einen randalierenden Jugendlichen in der Innenstadt von Ibbenbüren auf ihrer Internetseite, gut platziert im Bilderwechselrahmen. Unter dem Artikel wird zwar kein Autor angegeben, dafür ist zu lesen

Dieser Beitrag in IVZ-aktuell ist ein Produkt der IVZ-Redaktion.

Falls Sie nun darunter verstehen, dass irgendein Satz in diesem Beitrag von jemandem in der IVZ-Redaktion geschrieben wurde: Pustekuchen. Offensichtlich stammt der Text vom Presseportal der Polizei Steinfurt und ist hier zu finden. Dieser Beitrag ist wohl eher ein Produkt von Copy & Paste.

am 3.03.2013 von unter 4530 abgelegt. | 1x kommentiert
700 Gläubiger

Die Hintergrundinfos der IVZ sind ja wieder mal unschlagbar:
700glaeubiger

Mal sehen, ob die ihre Kommentare lesen, bevor die Formulierung, die im Text wiederholt wird, in den Druck geht.

Aktualisierung

Ja, so ist das mit den Gläubigern: Man wird sie so schlecht los. Da hat man sie aus dem Online-Text gänzlich und in der gedruckten Ausgabe aus der Unterzeile vertrieben, aber im Haupttext sind sie dort dann wieder:

Rund 700 Gläubiger waren gekommen.

Vielleicht sollte man sie doch einfach auszahlen.

am 24.02.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben
Der angebliche Markt für Kinderpornographie

Mir hat ein mal ein Richter in Ibbenbüren erzählt, er würde die Deutungshoheit, die sein Job mit sich brächte, durchaus nutzen, um etwas zu behaupten, wofür er eigentlich nicht genug überzeugende Gründe hat. Wer würde denn schon einem Richter widersprechen? Etwa so verstehe ich den folgenden Sachverhalt. In der IVZ wird von einer Verurteilung eines Mannes zu einer Geldstrafe berichtet, der im Besitz so genannter kinderpornographischer Dateien war. Die Journalistin hält zudem fest:

Die Staatsanwältin machte darauf aufmerksam, dass Kinder- und Jugendpornografie nur existiere, weil es einen Markt dafür gibt.

Das ist Unsinn. Aber sagen Sie einer Staatsanwältin, dass sie gerade Unsinn redet?

Mit Markt meint man landläufig doch ein wirtschaftliches Tauschsystem von Geld und Waren. Es wurde schon in der Internetsperrendebatte von einem Milliardenmarkt der Kinderpornoindustrie geredet – mit einem Haken: Dieser Markt, bei dem mit ökonomischer Strategie kinderpornographisches Material hergestellt wird, war nirgends zu finden.

Man kann den Begriff Markt auch anders verstehen und nur von einem nichtkommerziellen Tauschsystem sprechen. Dann hätte die Staatsanwältin gesagt, es gebe Kinder- und Jugendpornografie nur, weil es dieses Systen gebe. Aber auch dieser Gedanke ist falsch. Es gibt keinen Nachweis darüber, Kinderpornographie nur wegen einer Nachfrage hergestellt wurde.

Man sollte sich, wenn man sich für diese Angelegenheit interessiert, lieber an einen Experten halten. Der Rechtsanwalt Udo Vetter hat diverse Klienten gehabt, bei denen kinderpornographisches Material gefunden wurde. Er hält fest:

Keiner, ich wiederhole, keiner der in den letzten anderthalb Jahren dazu gekommenen Mandanten hat auch nur einen Cent für das Material bezahlt.

Alle, ich wiederhole, alle haben die Kinderpornos aus Tauschbörsen, Newsgroups, Chaträumen, Gratisbereichen des Usenet oder aus E-Mail-Verteilern. Manche kriegen es auf DVD, ganz normal mit der Post.

Kein einziger jedoch hat seine Tauschpartner bezahlt. Und diese Tauschpartner haben auch nichts verlangt. Selbstverständlich wertet die Polizei in den allermeisten Fällen auch aus, woher die Dateien kamen. Bezahlseiten sind nicht darunter. Auch verdächtige Überweisungen etc. werden nicht festgestellt.

[...]

Tatsächlich ist auch anhand der im Umlauf befindlichen Dateien unschwer festzustellen, dass es die Kinderpornoindustrie nicht gibt. Es gibt einen Grundbestand an Material, meiner Schätzung nach mindestens 98 %. Hierbei handelt es sich um Bilder und Filme, die schon seit vielen Jahren, ein Großteil davon schon seit Jahrzehnten im Umlauf sind.

Sofern neues Material hinzukommt, sind es Fälle von Missbrauch im privatem Umfeld, der – Fluch der Digitaltechnik – heute halt nun einmal einfacher abzubilden ist. Natürlich gibt es keine näheren Informationen zu den Umständen, wie solche Aufnahmen zustande kommen. Allerdings machen die meisten nicht den Eindruck, als werde ein Kind missbraucht, um einen Film zu drehen. Dass die weitaus meisten Kinderpornos häuslichen, also keinen gewerbsmäßig organisierten Missbrauch wiedergeben, ist auch unschwer daran zu erkennen, dass Opfer und Täter sich in den allermeisten Fällen offensichtlich kennen.

Wer behauptet, Kinderpornographie gebe es nur, weil es einen Markt dafür gibt, verschleiert, dass eben ganz andere Gründe zur Herstellung von Kinderpornographie gewichtiger sind: Prahlerei, Machtausübung, ein Dokumentationsinteresse, die Befriedigung von Sexualtrieben etc.

Und irgendwie legt derjenige auch nahe, dass Kinderpornographie woanders entsteht, als dort, wo sie offensichtlich entsteht: In der Privatsphäre von Kindern, die sich dort bisher sicher wähnten, und mit Personen ihres näheren Umfelds.

am 9.02.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben
Eine Busfahrt, die ist lustig

Diese merkwürdige Serviceberichterstattung der IVZ muss auch mal festgehalten werden: Da berichtet man heute von einer Saerbeckerin, die angeblich für ihren Weg zur Arbeit statt 40 Minuten mit dem Auto bis zu 2 Stunden mit dem S50 und der Bahn braucht. Unter welchen Umständen der Weg 2 Stunden dauert, verrät der Text nicht. Das verwundert.

Die Saerbeckerin fährt – so der Text – morgens so nach Ibbenbüren, dass sie um halb 9 am Busbahnhof ist und von dort den Zug, der laut Plan passend abfährt, um halb 9 nimmt. Aber angeblich sei der S50 morgens immer verspätet. Ich weiß ja nicht, ob das der Grund sein soll, weswegen die Dame 2 Stunden für den Weg braucht, aber der nächste Zug nach Osnabrück um diese Uhrzeit kommt um 8.53 Uhr. Das ist eine Verzögerung von 25 Minuten – mehr aber auch nicht. Eine solche Verspätung kann Autofahrern auch leicht unterkommen. Deswegen ein solcher Artikel?

Ein zweiter Kritikpunkt ist die angebliche Überfüllung im S50 am Nachmittag wegen Schülern. Das verwundert etwas. Ich gehe mal davon aus, dass die Verbindungen um 12.30 Uhr und um 13.30 Uhr mittags gennant werden sollten, und die danach nachmattags. Die mittaglichen Verbindungen sind in der Tat sehr stark von Schülern genutzt. Nachmittags sind zwar auch Schüler unterwegs, der Großteil der S50-Fahrgäste sind aber, so wie ich es bislang mitbekommen habe, Berufspendler. Ich nutze den Bus selbst ziemlich regelmäßig, weil man mehr von der Landschaft im Tecklenburger Land zu sehen bekommt als im Zug, der weniger Zeit braucht nach Münster, und weil man nicht so stark vom Zugpersonal und anderen Fahrgästen gestört wird.

Lange Rede kurzer Sinn: Eine Überfüllung, so dass jemand stehen musste, ist mir im S50 noch nicht untergekommen. Vielleicht hätte man bei der IVZ sich ja auch einmal selbst ein Bild machen sollen, indem man mal mit dem S50 nach Saerbeck fährt – was immer die Probleme von Saerbeckern in der IVZ zu suchen haben. Aber gut, damit verärgert man keine Abonnenten.

Witzig ist ja, dass der RVM-Sprecher einräumt, dass ihm zur Beurteilung der Sachlage die Fakten fehlten. Der IVZ hat das nicht so viel ausgemacht.

Happy Birthday, IVZ-Nörgelschild

Ja, wer hätte das gedacht, dass es einmal so weit kommt: Das IVZ-Nörgelschild wird ein Jahr alt.

Seit einem Jahr weist die IVZ die Leser ihres Online-Angebots darauf hin, dass das eigentlich nicht okay ist, dass onine die IVZ-Texte kostenlos gelesen werden und dass die Möglichkeit des Lesens der Texte bald Geld kostet. Wie das denn nun genau aussehen soll, dass weiß man offensichtlich nicht bei der IVZ.

Und so ist das Nörgelschild ein Mahnmal der Einfallslosigkeit und Leservergraulung geworden, denn außer der Absperrung des eigenen Online-Angebots hat sich nichts getan bei der IVZ.

Aber gut, vielleicht habe ich auch einfach irgendwelche Entwicklungen nicht mitgekriegt. So wie ich nicht mitgekriegt habe, wer das iPad gewonnen hat.

am 18.01.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben
Seite 1 von 3123