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Konzert: Christian Steiffen, 9.8.2013, Damme

Es ist schon etwas her, dass ich in Damme gewesen bin. Es muss so Mitte-Ende der 90er gewesen sein. Damals fanden dort die schulischen Tage religiöser Orientierung, eine für viele eher alkoholisierte Selbstfindung, statt. Außerdem ist Damme ja für seine Karnevalsveranstaltung bekannt, aber deswegen bin ich dort nie hingefahren. Als ich hörte, dass Christian Steiffen dort auftritt, dann sah, dass der Eintritt bei 5€ liegt, war das Hinfahren eine ausgemachte Sache.

Allerdings war die Hinfahrt schon einstimmend, denn die Wegbeschreibung der Rahmenveranstaltung "Kunst hält Hof" ging etwa so: Bis zur Hufeisenstraße, dann noch einige hundert Meter und Kurven. Kein Orientierungspunkt, keine weitere Richtung, nüscht. Einige hundert Meter über Kurven hinweg inmitten von ununterscheidbaren Wiesen und Feldern. Man hätte auch Hannover so ausweisen können. Ich bog einfach am Ende der Straße links ab und fand auf gut Glück eine Reihe abgestellter Autos. Das konnte in Damme an einem Freitagsommerabend wohl nichts anderes sein.

Sicherheitshalber fragten wir am Eingang einer Scheune, ob hier die Musik spiele. Man lachte, stempelte unsere Handgelenke und wir manövrierten uns über den Bauernhof zu einer Menschenansammlung, ja, wie soll ich sagen -

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Kennen Sie so Tatorte oder alte TKKG-Folgen, bei denen eine Gartenparty kunstaffiner Bildungsbürger eingebaut wird, und man das Gefühl hat, für passend viele Komparsen war wohl kein Geld da? Ich dachte ja, solche Partys seien reine Erfindungen für's Fernsehen. So eine Party war das. Das dies ein großartiger Abend werden würde, stand schon jetzt fest.

Vor mir stand ein junger Mann mit Kameraumgehänge. Das musste die Lokalpresse sein. Ich fragte ihn geraderaus, ob er von der NOZ mir erklären könnte, wieso hier nicht so viel Publikum sei. Das war schon mal ein Tiefschlag. Er kam gar nicht von der NOZ. Er kam von der OV, der Oldenburger Volkzeitung, der Zeitung für's Oldenburger Münsterland. Und erklären durfte dann ich ihm, wer Christian Steiffen ist, dass er OB-Kandidat in Osnabrück sei, dass zwei Filme mit seiner Musik im Herbst starteten, dass hinter uns ein Regisseur stünde, der gleich für ein Musikvideo mitfilmte.

Viel weiter kamen wir gar nicht, denn der Gastgeber schwang sich auf die Bühne, meinte, reden könne er gar nicht, und stellte dann die einzelnen Künstler und ihre Kunstform vor, und wo man hier auf dem Bauernhof ihre ausgestellten Werke finden könne. Gegen die Situationskomik des Ländlichen hat man, wenn man zuhört, dann auch keine Chance mehr:



\[quote\]Ja, die X macht dies und das und sie hängt dort in der hinteren alten Scheune an der Wand mit den Schweinen.\[/quote\]

Spätestens jetzt hätte es mich nicht mehr verwundert, wenn Inga Lürsen um die Ecke genörgelt wäre. Stattdessen kam derjenige, auf den die meisten gewartet hatte, mit Barcadi-Cola ausgestattet auf die Bühne

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und hatte sein Publikum, das sich um die Bühne versammelt hatte, und nach direkter Ansprache auch die sitzengebliebenen Provinzkunstinteressierten, voll im Griff:

Christian Steiffen ist ein Geschenk für Osnabrück.

Für's Umland natürlich auch. Die Schlagerparodie mit maffayschen Anklängen ist einerseits die gewählte und inzwischen schon fast gelebte Ausdrucksform des Künstlers Hardy Schwetter. Hinzu kommt allerdings auch die Persönlichkeit Schwetters, der ungemein charmant und diszipliniert auftritt, d.h. nie aus seiner Rolle fällt, und trotz der zur Schau gestellten Selbstverliebtheit der Figur Christian Steiffen nie verbirgt, wie ausnahmslos respektvoll und höflich er seine Umgebung behandelt.

Was ich damit meine, sieht man am besten in einem Video, das während des Kirchentages aufgezeichnet wurde: Darin trollt Schwetter als Elvis-Parodie durch die belebte Osnabrücker Innenstadt. Als ein kleiner Junge ihn anhält und wissbegierig fragt, wer denn Elvis überhaupt sei, geht Schwetter gleich auf Augenhöhe zum Jungen in die Knie, nimmt die große, bunte Brille ab und versucht ohne den Akzent der eigentlich gespielten Figur in einfachen Worten die Frage passend zu beantworten. Ein richtig großer Moment.

Eine Stunde lang verzaubert Christian Steiffen an diesem Abend die überraschten Kunstinteressenten und versorgt gleichzeitig die Bloßkonzertteilnehmer teils mit Partyspaß und Partybalsam, denn es finden sich auch eingefleischte Schlagerliebhaber am Bühnenrand. Christian Steiffen ist eben einer für alle. Oder um es mit seinen Worten zu sagen: Ich für Uns.

[ Christian Steiffen und das Original Haseland-Orchester, aktuelle Tour: "Ich komme!", auf der Veranstaltung "Kunst hält Hof", Damme, 9. August 2013, etwa 160 Zuschauer ]
#Christian Steiffen


 
In Putins Propagandastrudel

Noch mehr POPCORN! Der Journalist Thomas Ludwig, in offizieller Mission der NOZ in Russland und auf der Krim unterwegs, um sich ein eigenes Bild zu machen, ist wohl dort nicht alleine unterwegs. Hier zeigt er sich heute "in der Nähe von Domodedove" mit dem Politiker der Partei DIE LINKE, Andreas Maurer.
Andreas Maurer erwartet eine Anklage vor dem Osnabrücker Landgericht wegen *popcorngrabsch* Wahlbetrugs. Maurer hatte bei der Kommunalwahl in Quakenbrück erstaunliche 21,5% der Stimmen geholt, wobei bei der Urnenwahl unglaubliche 63% auf Maurer entfielen. Auch politisch machte er von sich reden:
\[quote\]
Den dortigen Stadtrat sowie den Kreistag von Osnabrück wollte der Linken-Kommunalpolitiker per Resolution dazu bringen, die Krim als Teil Russlands anzuerkennen. [...] Die Regierungszeitung Rossiskaja Gaseta berichtete über den Resolutionsantrag aus Kwakenbrjuk, die staatliche Nachrichtenagentur RIA schaltete Maurer live aus Simferopol zum Thema „Wahrheit über die Krim“ zu, „Russia Today“ feierte ihn als „Ausnahmeerscheinung, die „im klaren Gegensatz zum deutschen Mainstream“ steht.
\[/quote\]
Das wäre auch für mich der erste, an den ich mich ranhänge, um mir ein eigenes Bild zu machen.
#Andreas Maurer #NOZ #Popcorn


 
Wie Ikarus sich an der Krim verbrannte

POPCORN! Nachdem die NOZ und der betreffende Autor dieser Geschichte auf Nachfragen, ob Andreas Maurer der Reiseführer in der Geschichte war, einfach nicht reagierten, schiebt man jetzt - nachdem man online gelesen hat, was da so zu Maurer steht - einfach ein Portrait des Politikers nach und stellt ihn als armes Würstchen dar: \[quote\] Eine Verurteilung wegen Wahlbetrugs könnte das ändern. So fern die Anerkennung einer wieder russischen Krim liegt, so begrenzt wäre dann noch die Anerkennung, die Maurer erfährt. Die verzweifelte Suche nach ihr – vielleicht ist sie es, die den Kreistagsabgeordneten und die Krim so schicksalhaft verbindet. \[/quote\] Zusätzlich weiß der Journalist ja spätestens nach seiner Reise, dass Maurers Reisen vom vollkommen unabhängigen und propagandafreien russischen Fernsehen bezahlt wurden. Da kann man beruhigt alles in die Zeitung schreiben, was der einem vorkaut. Die Russen würden ihm seine Reisen sicher auch bezahlen, falls seine Meinung je von russischer Propaganda abrückt. Und auf einmal kommt der Journalist auch auf die Idee, bei der Parteizentrale von Die LINKE in Berlin anzurufen, was man dort von Maurer hält. Was dem Leser der NOZ etwas zusammenhanglos erscheinen mag, ist online betrachtet ein schlapper Versuch, die eigene Reputation zu retten, indem man das Augenmerk woanders hinschiebt. So muss man die eigene Rolle dann auch einfach nicht mehr erklären und kann Maurer immer noch für einen Star halten: https://twitter.com/burkhardewert/status/978177978852171777 Von so einem Journalismus, da brauchen wir unbedingt noch mehr von.


 
Journalisten, die sich zu Propagandazwecken ausbeuten lassen

Auf diesem Foto sieht man übrigens, mit wem der NOZ-Journalist Thomas Ludwig auf der Krim noch unterwegs war: https://twitter.com/andreasmaurer18/status/977688325413900288 Das sind im Hintergrund die norwegischen Journalisten Hendrik Weber und seine Mitbewohnerin Mette Roselund, die ebenso mit Andreas Maurer auf der Krim waren. Und zu deren Besuch während der Wahlen sagt der norwegische Ratspräsident Michael Tezschner: \[quote\] Sie können reisen wohin sie wollen, meinetwegen auf eine Einladung von wem sie wollen, aber was sie sehen, ist kein demokratisches Ereignis von öffentlichem Interesse. Sie sollten sich bewusst sein, dass sie zu Propagandazwecken ausgebeutet werden, und so wird der Aufenthalt nicht zur Demokratie oder zur Achtung des Völkerrechts beitragen. (...) die entscheidende Frage liegt vor der Teilnahme als Wahlbeobachter, nämlich dass es nicht das ist, was als die legalen Behörden anerkannt wird, die Wahlen auf der Krim organisieren. Somit erscheint alles als Beitrag zur faktischen Legitimation eines Gebietes, das nach internationalem Recht Teil der Ukraine ist. Eine Grundvoraussetzung für die Wahl einer freien und fairen Wahl ist somit nicht gegeben \[/quote\]


 
Warum die NOZ weiterhin ein Abo ohne Digital-Zugang hat

Ein wenig wundern durfte man sich (heute in der gedruckten Version, gestern online) ja schon, dass die IVZ einen frei zugänglichen Artikel der NOZ vom Montag übernimmt, ihn dann aber minimalst umschreibt. Aber sei's drum. Es ist halt manchmal interessanter, was die NOZ so schreibt. Wie zum Beispiel das, was die Redaktion der NOZ gerade zu ihrem neuen Abo-Modell schreibt. Inzwischen soll man für Artikel der NOZ über Abos online Geld zahlen. Diese Abos sind nicht von einem Zeitungs-Abonnement abhängig. Man kann also nur die gedruckte Zeitung bestellen oder nur ein Online-Abo, wahlweise für Smartphone oder Computer. Das ist genau das Gebührenmodell, was einige Kunden der IVZ sich gewünscht hatten. Seitens der IVZ hatte man damals gemeint: \[quote\]Würden wir aber unser Printprodukt durch ein zusätzliches Digitalangebot schwächen – und das würde ohne Zweifel passieren -, dann könnten wir unseren Inserenten/Werbekunden kein verlässliches Angebot mehr machen; heißt: Die Reichweite der Tageszeitung würde sinken und damit auch die Attraktivität der Werbung in ihr. \[/quote\] Und da überrascht die Stellungnahme der NOZ dann doch etwas, wenn man begründet, weswegen man gerade keine Kopplung von gedrucktem und Online-Abonnement anbietet: \[quote\] wir hätten gerne für alle Zeitungsabonnenten den kostenlosen Zugriff ermöglicht. Leider haben wir uns steuerlichen Gründen anders entscheiden müssen: Während die Zeitung nur einer Umsatzsteuer von sieben Prozent unterliegt gilt für digitale Produkte der Regelsatz von 19 Prozent. Das hätte für uns bedeutet, dass wir bei einer kostenlosen Zugabe zum Zeitungsabonnement möglicherweise etwa ein Viertel unserer gesamten Erlöse aus dem Zeitungsverkauf mit 19 Prozent MwSt. hätten belegen müssen. Um dieses Risiko deutlich zu verringern, müssen Abonnenten sich jetzt bewusst für das Web-Abo zum eher symbolischen Preis von einem Euro entscheiden und alle reinen Zeitungsabonnements unterliegen weiterhin dem ermäßigten Steuersatz.\[/quote\] Bei einem Abo-Preis der gedruckten Zeitung von stolzen 33,90€ ist die Rede von einem symbolischen Preis, den ein Digitalabo im günstigsten Fall zusätzlich kostet, allerdings so eine Sache.
#NOZ
#noz



 
Ausfüllgehilfe

Der unfassbar putinkritische Krimreiseführer einiger Journalisten, die mal was erleben wollen, steht aktuell in Osnabrück so vor Gericht, dass selbst die NOZ etwas Kritisches anzumerken hat:

\[quote\]Wenn Linken-Fraktionschef Andreas Maurer einer an Alzheimer erkrankten Frau Briefwahlunterlagen abnahm, um sie selbst auszufüllen und die Wahl so im eigenen Sinne zu beeinflussen, dann ist das sein politisches Ende. \[/quote\]

Dann hätte er aber auch mehr Zeit für Auslandsreisen von NOZ-Reportern.

Aktualisierung

Es berichten auch die Blödzeitung (Achtung! Link geht zur Springer-Presse!) und die Deutsche Welle auf russisch.


 
Beckenbauerismus bei der NOZ

POPCORN! Die Beckenbauersche Realitätsverweigerung ist im Journalismus angekommen: Die NOZ schickt einen Journalisten auf die Krim, der holt sich da etwas russische Propaganda ab und kippt die ungefiltert in die Zeitung. Und das klingt dann so:

\[quote\]Juri Konstantinowitsch Gempel ist auf die Bundeskanzlerin nicht gut zu sprechen. „Wegen der Politik von Angela Merkel kann ich meine Töchter nicht besuchen. Ist das gerecht?“ fragt Gempel. Die Antwort schwingt unausgesprochen mit. (... Seine Töchter) leben in Düsseldorf und Fulda, ein Enkel dient in der Bundeswehr. Seitdem die Krim wieder zu Russland gehört, bekommt der Vater und Großvater jedoch kein Visum mehr für Deutschland.\[/quote\]

Das stimmt so nicht. Der gute Mann kann sich durchaus von der Krim aus ein ukrainisches Visum für Deutschland besorgen. Nur ist der gute Mann Mitglied in Putins Partei, das wäre wohl parteiintern und wenn man nur einen russischen Pass besitzt eher ein Problem.

\[quote\]Vor vier Jahren, am 18. März 2014 konnte Russlands Präsident Wladimir Putin Vollzug melden: Nach ihrer Lossagung von der Ukraine wurde die Krim Teil der Russischen Föderation.\[/quote\]

Ach, die Krim hat sich von der Ukraine losgesagt? Wann ist das denn passiert? Vor oder nachdem russische Soldaten den Flugplatz besetzt haben?

\[quote\]Viele der 2,3 Millionen Bewohner wissen, was sie dem russischen Präsidenten zu verdanken haben. „Die Politik Putins hat uns 2014 vor gewalttätigen Ausschreitungen bewahrt. Er hat uns das Referendum ermöglicht, er hat uns Sicherheit und Stabilität gebracht“, erzählt Gempel\[/quote\]

Ausschreitungen gab es keine auf der Krim, das Referendum konnte man nicht als frei und demokratisch betrachten, wenn die Soldaten des okkupierenden Staates an jeder Straßenecke stehen und gerade die Stabilität ist flöten gegangen: Viele wissen nun, dass sie ihre Jobs und ihre Gelder verloren haben. Dass diverse Geschäfte schließen, die Stromversorgung eine Glückssache ist, teilweise tagelang ausfällt. Und dass sie keine Chance haben, hörbar Kritik zu äußern.

\[quote\]Russischer Lesart zufolge haben russische Streitkräfte die Krim nicht annektiert, sondern lediglich das Referendum abgesichert, mit dem sich die Menschen mehrheitlich für eine gemeinsame Zukunft mit Moskau und gegen eine Zukunft in der Ukraine ausgesprochen haben. Die internationale Gemeinschaft will davon bis heute jedoch nichts wissen. Der herrschenden juristischen Meinung zufolge handelt es sich um eine Annexion ukrainischen Staatsgebietes.\[/quote\]

Oh, nicht nur nach "der herrschenden juristischen Meinung", was immer das da für ein Kampfbegriff sein soll. Wenn sie Leute auf der Krim fragen, die nicht bloß russische Propaganda von sich geben, werden die ihnen auch erzählen, dass während des Umsturzes in der Ukraine auf der freien Krim plötzlich ungekennzeichnete Soldaten den Flughafen besetzt hielten. Und diese gaben sich irgendwann als russische zu erkennen. Von einem Referendum war da noch gar nicht die Rede, geschweige denn von einem Verlangen der Politik auf der Krim, Russland angehören zu wollen.

\[quote\]„Alles auf Kosten des kleinen Mannes. Präsident Putin spürt davon rein gar nichts, wenn er uns auf der Krim besucht“, sagt ein Mitarbeiter im Außenministerium: „Was also nützen Sanktionen?“ Schon wieder eine dieser rhetorischen Fragen.\[/quote\]

Gerade rhetorische Fragen gilt es kritisch anzugehen, was diesem Autor allerdings nicht einfällt. Es geht wohl um einen Mitarbeiter des russische Außenministeriums. Schaut man sich aber die EU-Sanktionen einmal an, treffen die eher nicht den kleinen Mann.

\[quote\]Wer durch die Straßen von Simferopol schlendert, sieht vor allem eines: viele junge Menschen. Frauen mit Kinderwagen. Familien. Neu angelegte, gut besuchte Kinderspielplätze. Straßenmusikanten. Wer ein massives Aufgebot von Sicherheitskräften erwartet hat – Fehlanzeige.\[/quote\]

Ja, wer hat das denn erwartet? Der von jeder Kritik an russischer Propaganda unangetastete Autor ergeht sich dann auf Twitter in Humor:

https://twitter.com/LudwigThs/status/975415599148011521

Wo ich dann doch noch eine Frage auf der Zunge hatte:

https://twitter.com/caasn/status/975433214205538305

https://twitter.com/LudwigThs/status/975435568648720384

Dann war wohl der ganze Text nur symbolisch.

https://twitter.com/caasn/status/975438655341973506

Und die NOZ dar sich gerne mal die Frage stellen, was sie mit diesem kritikbefreiten Urlaubsjournalismus eigentlich bezweckt?
#Andreas Maurer #NOZ #Popcorn


 
Live-Ticker zur Bundestagswahl 2013

20:21 Uhr Anja Karliczek toppt mit 47,95% das Ergebnis von Dieter Jasper um 4,6%, was das beste Ergebnis eines CDU-Bewerbers seit 30 Jahren ist, und zieht mit deutlichem Vorsprung vor Jürgen Coße mit 36,48% direkt in den Bundestag ein. Für die SPD ist das schlechteste Ergebnis eines SPD-Bewerbers in diesem Wahlkreis seit 1990 eine krachende Niederlage. Die Wähler haben es offensichtlich abgelehnt, einen Bewerber, der nicht im Wahlkreis wohnt und hier kaum bekannt ist, zu wählen. 20:15 Uhr Anja Karliczek gewinnt in Ibbenbüren mit 45,3% klar vor Jürgen Coße mit 40,7%. Die Wahlbeteiligung liegt bei 75,1% etwas über dem Bundestrend. 20:00 Uhr Für den Spott braucht man nicht zu sorgen: www.istdieFDPnochimBundestag.de 19:45 Uhr Auch in Ibbenbüren liegt Anja Karliczek mit 45,2% klar von Jürgen Coße mit 40,8%. 19:43 Uhr Christian Steiffen liegt derzeit in der OB-Wahl in Osnabrück mit 3,6% deutlich vor Robert Seidler von der FDP. 19:38 Uhr Nach 170 ausgezählten Wahlkreisen sieht es nach einem überraschend hohen Sieg für Anja Karliczek aus. Sie hat bisher 48% der ausgewerteten abgegebenen Stimmen erworben. 19:18 Uhr Auch nach 120 von 226 der ausgezählten Wahlkreise führt Anja Karliczek deutlich mit 48% vor Jürgen Coße mit 36%. 19:07 Uhr Nach 14 von 51 Wahlkreisen führt Anja Karliczek in Ibbenbüren. 19:05 Uhr Erste Hochrechnung bei der Osnabrücker Oberbürgermeisterwahl: Griesert von der CDU knapp vorne, Kalla Wefel bei 11,8%, Christian Steiffen bei 6,8%. 18:56 Uhr Angeblich sind in der Grundschule in Tecklenburg kurz vor Schluss die Wahlzettel ausgegangen. 18:25 Uhr Die allererste Meldung kommt aus Ostenwalde: Anja Karliczek gewinnt mit 77%. 18:00 Uhr Die erste Prognose für den Bund ist raus, AfD nahe am Einzug in den Bundestag, FDP nahe am Rausflug. Kann sich alles noch ändern. 17:59 Uhr Auch Christian Steiffen, der in Osnabrück sich für das Amt des Oberbürgermeisters bewirbt, hat gewählt und seine Stimme in so etwas wie einen Mülltomme geschmissen. 17:57 Uhr Die Ergebnisse der U18-Bundestagswahl 2013 sind da. 17:45 Uhr So, noch eine Viertelstunde und wir bekommen eine erste Prognose, wenn die Wahllokale schließen. Im Wahlkreis Steinfurt III zeichnet sich beim direkten Ticket in den Bundestag ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Anja Karliczek von der CDU und Jürgen Coße von der SPD ab. Beide hatten im Wahlkampf mit den Handicaps zu tun, dass man inhaltlich wenig auf der Pfanne hatte bzw. namentlich nicht sonderlich bekannt war. Daran hat sich im Wahlkampf wenig geändert, allerdings war Karliczek frühzeitig auf jeder Katzenkirmes anzutreffen. Wessen Strategie entscheidend besser war, um Dieter Jasper zu beerben, werden wir bald erfahren.
#Christian Steiffen


 
Die Bezahlschranke der NOZ

Jetzt hat auch die Neue Osnabrücker Zeitung eine Art Bezahlschranke, die man nach eigener Darstellung durch Abschließen von DigitalAbos überwindet. 10 Artikel kann man fortan direkt und kostenlos lesen, danach soll man sich anmelden und kann weitere 10 Artikel kostenlos lesen. Die Angebote sind preislich durchaus attraktiv. Alternativ kann man aber auch einfach die Cookies der NOZ löschen und schrankenlos lesen wie bisher.
#Bezahlschranke


 
Eine kritische Prüfung findet nicht statt

Da plappert die IVZ eine Prognose der Osnabrücker Stadtwerke zur Zukunft der geplanten Stadtwerke Tecklenburger Land nach, sprich von jemandem, der in dieser Angelegenheit ein Eigeninteresse hat, und erhält von 9 Bewertungen auf ihrer Artikelseite satte 9 mal die schlechteste Bewertung. Zu Recht. Denn bei den Leersprecheinlagen, die man da wiedergibt, verwundert es schon, dass keine der Bedenken, die Lesern des Artikels umgehend ins Auge fallen, einen Weg in den Bericht findet. So kommentieren Leser des Artikels z.B. - zur Rentabilität \[quote\]25.02.2014 07:24 von emsi: Die Zahlen beweisen eindeutig wie unrentabel die Stadtwerke wirklich sind. Wenn eine Kommune erst nach 20 !!!! Jahren eine Dividende an den Verbraucher geben kann und dann effektiv erst Schwarze Zahlen einfährt,ist die Lage ja wohl klar. ABER, die Herren werden das Ergebnis schon im Vorfeld schönrechnen, sich die meiste Dividende geben und grünes Licht geben!!\[/quote\] - zu angeblichen Pluspunkten \[quote\]25.02.2014 12:25 von Perro: Hallo! Zitat: "Zu den Vorteilen gehöre, dass man einen Ansprechpartner vor Ort habe." .......hat man jetzt auch schon...... Zitat: " Hinzu komme das gute Gefühl, etwas für die heimische Wirtschaft zu tun, die mit Aufträgen bedacht wird." ....auch heute arbeiten schon Firmen aus dem Umfeld für die RWE/ Westnetz.....\[/quote\] - zur kritisierbaren Begutachtung \[quote\]25.02.2014 15:53 von KritischesAuge: Immer dann, wenn wer etwas will oder macht frage ich mich nach dem Warum. Wer verdient hier eigentlich....z.b.....direkt und warum verkauft jemand. Verdienen statt persönlich zahlen oder haften tun wohl einige Bürgermeister. Die RWE verkauft hier was....warum gibt die RWE was vom Kuchen ab? Warum gibt es keine neutralen Berater für die die ein Ja oder Nein letztlich entscheiden? Alles sehr seltsam. Ich denke, man sollte sich gut ansehen, welche Partei sich in Ibbenbüren wie positioniert....bald sind Kommunalwahlen.\[/quote\] - zum Lobbyistentum \[quote\]25.02.2014 17:23 von kommentar: Zitat: " Ratsmitglieder ..., ... bei Sonderterminen am 5. und 6. März beraten lassen". "Beraten lassen" ist hier wohl der falsche Ausdruck! Es erinnert eher an Verkaufsveranstaltungen, bei der erst der Saal verlassen werden darf, wenn der Verkäufer seinen Umsatz erreicht hat. Hier halt nur niveauvoller. \[/quote\] - zur Befähigung der Politiker, derart wirtschaftlich zu agieren: \[quote\]25.02.2014 17:28 von Schnuffi 2: Solage Politiker nicht zur rechenschaft gezogen werden können, was sie mit Steuergeldern machen, hat man als Bürger keine Chance, etwas dagegen zu tun. Nichtwählen bringt da auch nichts. Nur gut, dass ich nicht gezwungen werden kann, Kunde zu werden. Alles andere kann man ja bei Teldafax lesen, aber da scheinen unser Vertreter des Volkes Scheuklappen zu tragen. Abgesehen davon, dass Politiker jeglicher Fraktion meist für ihre Tätigkeit noch nicht einmal annähernd die richtige Ausbildung nachweisen kann, egal ob Kreis, Land oder Bund. In der freien Wirtschaft undenkbar. Von dieser Materie haben diese Leute keinen Schimmer Ahnung und davon eine ganze Menge. Aber es ist ja nicht ihr Geld was dort in den Sand gestzt wird und zur Verantwortung werden sie nicht herangezogen.\[/quote\] Zur Frage, was die RWE von diesem Deal hat, zitiert übrigens die NOZ Marc Schrameyer von der Ibbenbürener SPD: \[quote\]Sie sollten sagen, dass sie als Stadtwerke Osnabrück und RWE durch die neuen Stadtwerke auch Kunden gewinnen können, die sie sonst nicht erreichen. Insofern gibt es eine Win-Win-Situation.\[/quote\] Und wenn man laut WN selbst bei der CDU einräumt, bei der ganzen Angelegenheit ginge es auch stark um die private Versorgung von Politikern, d.h. neben deren fachlicher Eignung steht deren Objektivität in Zweifel: \[quote\] „Kaum sind die Stadtwerke gegründet, geht die Jagd auf Pöstchen los“, kritisierte Jonas.\[/quote\] dürfte man doch etwas kritischeren Journalismus erwarten.
#IVZ #Stadtwerke Tecklenburger Land


 
Guten Morgen Ibbtown

Guten Morgen Ibbtown! In Osnabrück kann man jetzt Cow-Sharing machen. Das heißt, man ist so eine Art Teilhaber an einer Kuh, von der man nach der Schlachtung 25 Kg Fleisch erhält. Dazu muss man sich jeden Monat einmal für eine halbe Stunde blicken lassen, es ginge auch öfters, und zahlt 225€ - was mir noch recht günstig vorkommt. Man braucht halt nur viel Platz in der Kühltruhe, dafür kann es für's ganze Jahr reichen. Dafür bekommt man dann aber auch 1a-Biofleisch und nicht Antibiotika vollgepumptes wie bei McDonald's in den USA, wo man es schon als Erfolg ansieht, dass das Fleisch wenigstens nicht mit Antibiotika vollgepumpt ist, das auch der Mensch verwendet - nur halt anderes. Aber gut, unbelastet ist das Zeugs, was man in deutschen Filialen erhält eben auch nicht.


 
Pufftown

Ortskenntnis ist eine Zier, doch es geht auch ohne ihr. Natürlich geht es in der aktuellen Puff-Diskussion entgegen der Darstellung der IVZ nicht um ein Freudenhaus in Schierloh, sondern in Langewiese. Und ein Gerücht würde ich das auch nicht gerade nennen. Aber sei's drum. Diana's Haus hatte vorher seinen Platz in Osnabrück, in letzter Zeit war in Langewiese aber wohl eher tote Hose. Und die Lustgänger machen dafür auch einen Grund aus: \[quote\] die bewohner gehen auf die strasse mit videocamera und fotoaparat also ich geh bestimmt nicht hin\[/quote\] Verwunderlich ist allerdings, dass seitens der Stadt erklärt wird, es seien keine Bordelle in Ibbenbüren angemeldet. Mitunter scheint es in der Tat zu Wohnungsprostitution zu gehören, was in Ibbenbüren so abgeht. Und anscheinend muss man die nicht anmelden. Beim Haus Laura hätte ich aber auf was anderes getippt.
#puff
#puff


 
Manfred Spiekers Gender-Wahnsinn

Ich hatte schon auf Facebook angekündigt, dass ich zu diesem Thema noch was schreiben wollte, jetzt sind schon ein paar Tage ins Land gegangen, aber ich komme dem dennoch mal nach. Bei der KAB Bosco hatte Manfred Spieker einen Vortrag halten. Der Titel lautete: "Gender-Wahnsinn: Eine absurde Ideologie will unseren Alltag erobern". Es ging natürlich nicht um die merkwürdigen moralischen Haltungen der Katholischen Kirche, sondern einem weitaus größeren Kampf: Dem Kampf gegen die Schwulenlobby, die die Ehe bedroht: \[quote\]Als „treibende Kraft“ hinter dem Gender-Mainstreaming machte Spieker die „Lobby der Homosexuellen“ aus und beklagte, dass sich Politiker weltweit das Ziel zu eigen gemacht hätten, schwule, lesbische, transsexuelle und intersexuelle Anliegen zu legalisieren. In der Figur des österreichischen Sängers und Travestiekünstlers, der als Kunstfigur „Conchita Wurst“ in diesem Jahr den Eurovision Song Contest gewann, finde diese Entwicklung aktuell Ausdruck.\[/quote\] Man merkt gleich: Argumentativ gibt es hier nur die Brechstange, seriöse Argumentation muss man im Kampf gegen solche Gegner wohl auch mal sein lassen. Bunt verkleidete Männer in langen Gewändern, und das außerhalb der Katholischen Kirche! Im gleichen Artikel beschwert sich Spieker übrigens, für homophob gehalten zu werden. NEIN! DOCH! OH! Das war dann der KAB wohl doch zu grob und so wurde die Veranstaltung auf dem Plakat mit "Gemeinwohl ohne Ehe? Die Familie als Ressource der Gesellschaft" beworben. Das ist nur die halbe Wahrheit. Spiekers Meinung ist, die Familie sei die einzige Lebensgemeinschaft, von der die Gesellschaft etwas habe. Völlig ohne Belege, völlig ohne den Versuch von Objektivität: Hier zeigt ein Wissenschaftler wissenschaftlicher Erörterung den Stinkefinger. Und die KAB Bosco darf sich mal fragen lassen, ob sie dem Thema überhaupt gewachsen war. Nach Spieker zöge der aus der Luft herbeigewunkene Umstand, die Familie sei die einzige für die Gesellschaft vorteilhafte Lebensgemeinschaft, mit sich, dass einer Familie bei Wahlen eine eigene Stimme neben der Wahlstimme des Vaters, der Mutter und weiterer Wahlberechtigter zustünde. Ein zweckgebundenes Wahlrecht. Hatte Spieker sich bis hierher noch auf Hegel berufen können, der ursprünglich in der Familie die Keimzelle moralischer Erziehung sah, steht er nun alleine da. Somit stünden einzelnen Erwachsenen einfach so mehrere Stimmen bei Wahlen zu, was sich mit dem aktuellen Grundgesetz nicht vereinbaren lässt. Auch aus streng argumentativer Sicht ist es unverständlich, da das Wahlrecht an sich nicht auf einer Zweckbegründung beruht. Hegel fand das Wahlrecht übrigens geradezu obsolet, da es die Hoheit des Staates unterhöhle. Spieker hat seine Forderung bereits 2006 im Hofblatt des deutschen Rechtspopulismus heruntergebetet. Und eben dort kann man dann auch nachlesen, wohin die Reise noch führt: Denn wenn Familien so wichtig ist, wieso bei zusätzlichen Wählerstimmen aufhören? Wieso nicht eine Bevorzugung von Elternteilen bei Arbeitseinstellungen? Und wieso da aufhören? Spieker plädiert unter dem Deckmantel der Wissenschaft für das, was er gut findet. Nur diskriminiert das eben alle, die nicht in seinem Sinne verheiratet sind: Unverheiratete, Homosexuelle und Alleinstehende (Mehrfachnennungen möglich). Im Hintergrund steht bei Spieker eine antiaufklärerische Haltung: \[quote\]Die Selbsthingabe, nicht die Selbstbestimmung ist der Schlüssel zu einem gelingenden Leben.\[/quote\] Die Einstellung des kritischen Denkens ist demnach der Schlüssel zu einem gelingenden Leben und ich darf sagen, Herr Spieker gehört wohl in dieser Hinsicht zu den Fortgeschrittenen. Selbstbestimmung ist der zentrale Begriff in der Ethik Kants. Für Spieker ist sie ein Schreckgespenst, da auch der Selbstmord durch Selbstbestimmung erlaubt sei. Dass Kant trotz des Aufrufs zu einem selbstbestimmten Leben den Selbstmord als rechtlich erlaubte Möglichkeit ausschließt, das hat Spieker gar nicht auf dem Radar.
#Manfred Spieker


 
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  • Familie, Formel 1 und Fußball: Leben in der Jungen Pflege des Osnabrücker Paulusheims Thorsten Mösing war gerade einmal 28 Jahre alt, als sich sein Leben durch eine Gehirnblutung von einer Minute auf die andere komplett gewandelt hat. Der junge Vater aus Ibbenbüren wurde zum Pflegefall. Seinen Beruf als Gas- und Wasserinstallateur konnte er nicht mehr ausüben, seine kleine Tochter nicht mehr zur Schule bringen, auch das Leben zu Hause konnte nicht mehr so stattfinden wie vorher.<br>


 
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  • Im Sommer 2017: Osnabrücker Club „Rosenhof“ geht auf Landkreistour - "Der bekannte Osnabrücker Club „Rosenhof“ wird im Sommer 2017 umgebaut. Von Juni bis August will Rosenhof-Inhaber Rüdiger Scholz deshalb mit einem Zelt im Landkreis auf Tour gehen. Angedacht sind Gastspiele in der Stadt Osnabrück, in Bramsche, Georgsmarienhütte und Ibbenbüren, aus Melle ist bereits eine Absage eingegangen. "<br>


 
70 Jahre NRW

Das einwohnerstärkste Bundesland Deutschlands ist jünger als mein Vater. Das fiel mir als erstes ein, als ich von diesem Jubeltag hörte. Ansonsten ist das Bürgerfest in Düsseldorf hierzu gänzlich an mir vorbei gegangen. Und da bin ich fast schon Rheinländer: So leicht kriegen sie die Einheimischen nicht. Was mir noch einfiel war, dass ich Zeit meines Lebens noch nie in einem anderen Bundesland gelebt habe. Dafür in allen drei Teilen Nordrhein-Westfalens. Im Grunde halte ich das auch gar nicht für bedeutsam, aber Grund genug das mal zu beleuchten: Was hält einen denn hier, was treibt einen nicht weg? Es ist eine Medaille mit zwei Seiten: Einerseits und andererseits die Mentalität. Ich mag den Humor, der aus allen Ecken Nordrhein-Westfalens strömt, auch wenn man ihn manchmal suchen muss. Der ist direkt, verständlich, wohlwollend, nicht fies. Nationalistische Untertöne gibt es, aber nicht unbedingt in dem Bekanntenkreis, den man sich wählt. Und wenn es um das Aufstehen gegen Rechts geht, dann lassen sich Bielefelder, Düsseldorfer und Münsteraner nicht lumpen. Klaus J. Behrendt hat mal über unsere gemeinsame Heimatstadt Ibbenbüren gesagt, dass er, wenn er mal wieder dorthin käme, zu sich sagen würde: \[quote\]Ja, hier kommste weg.\[/quote\] Vielleicht ist das etwas, was einen bespringt, wenn man mal ganz das Bundesland verlässt. Ich für meinen Teil genieße Spatziergänge am Rhein und Fahradfahrten an den rheinanliegenden Wiesen, in deren Nähe ich gerade wohne, als wäre ich dort groß geworden. Andererseits ist da der Ausspruch Manni Breuckmanns, den ich im Ohr habe: \[quote\]Düsseldorfer wirst du nicht.\[/quote\] So richtig dazu gehört man als Zugezogener eben auch nie. Oder man fühlt das nur so. Kann ich mit leben, ich muss meine Identität ja nicht umstricken, um mich woanders wohl zu fühlen. Ich will auch nicht auf Teufel komm raus dazugehören. An meiner Heimatstadt gefällt mir nämlich am besten die Lage: Vor Ort hat man gute Einkaufsmöglichkeiten und auch etwas kulturelles Leben. Will man es gerne spießiger: Münster ist um die Ecke. Will man es etwas erdiger: Osnabrück einen Katzensprung entfernt. Und rauben einem die Einheimischen wieder den letzten Nerv, fährt man fix über die Grenze, setzt sich in ein Café in Enschede und lästert ordentlich ab über die Genossen jenseits der Grenze. Und ja, das können sie eben auch die Nordrhein-Westfalen: Nerven, nörgeln, schwarzmalen. Letztens im Zug hörte ich einen Mitfahrenden sagen: \[quote\]So sind die Deutschen: Haben Angst vor Überfremdung und kennen ihren Nachbarn zwei Häuser weiter nicht.\[/quote\] Man darf das Gejammer nicht zu ernst nehmen und wissen, wann man die Reißleine zieht. Dann kommt man in diesem zusammengewürfelten Bundesland bestens klar. Andererseits stößt man in NRW auch immer wieder auf jemanden, der ein großes Wort offen und gelassen ausspricht. Und das ist dan richtig zum Wohlfühlen. | csn Und was fällt Dir zu NRW ein? Nimm teil an der Blogparade: Zwischen Rhein und Weser.
#NRW
#nrw


 
Nichts erinnert an die Tat

Kommen wir nun zur Verleihung des Mario-Barth-Preises für hemmungslos vergeigten Aufklärungsjournalismus. Er geht in diesem Jahr, etwas überraschend, in der Sparte Ibbenbüren an die Neue Osnabrücker Zeitung für den Artikel "79-Jährige auf Friedhof vergewaltigt: Prozess beginnt Dienstag". Die Neue Osnabrücker Zeitung hat fünf Monate nach einer Vergewaltigung auf einem Friedhof eine Journalistin und einen Fotografen zu besagtem Friedhof geschickt, um vor Ort Stimmungen einzufangen, wobei diese auf die schmutzige Scheibe einer Übersichtstafel stießen, sowie auf einen zufällig anwesenden Friedhofsbesucher, der eine Grabstätte sauber machte. Zwei Gegebenheiten, die mit dem eigentlichen Thema nicht im Geringsten etwas zu tun haben. Und nicht nur das: \[quote\]Zwei steinerne Engel wenden der Wiese ihre Rücken zu.\[/quote\] Und hätte die Journalistin genauer hin geschaut, hätte sie am Himmel auch eine blaue Telefonzelle rumfliegen sehen. \[quote\]Wie eine kleine Lichtung liegt sie da, eingerahmt von Gräbern. Das kalte, nasse Moos bedecken braune Eichenblätter. Vögel zwitschern, in der Ferne rauschen Autos vorbei. Eine Kirchenglocke läutet.\[/quote\] In China fällt ein Sack Reis um. Erschütternd, was daraus geschlossen wird: \[quote\]Heute erinnert nichts mehr an die Tat.\[/quote\] Was die Journalistin wohl gerne gesehen hätte? Die Szenerie ist in etwa so trostlos wie die Berufsauffassung der beiden Journalisten, die gerade auf dem Ibbenbürener Friedhof stehen und von braunen Eichenblättern bedecktes, kaltes, nasses Moos als Sinnbild ihres Artikels entdecken. Als ob der Ort der Vergewaltigung das eigentlich Schreckliche an dieser Tat wäre. \[quote\]"Vor einiger Zeit standen hier noch weitere Gräber."\[/quote\] Früher war mehr Lametta, Alkohol macht Birne hohl und morgen ist auch noch ein Tag. Warum man überhaupt die Stehgräber in Ibbenbüren abgeschafft hat - ein weiteres Rätsel. Aber bleiben wir beim Text. Der ist auch deswegen so preiswürdig, weil nach dem Inhalt auch die Grammatik aus dem Gleis hüpft: \[quote\]Nun dürfte die Debatte nun von neuem beginnen wird (...)\[/quote\] Schütteln Sie sich mal selbst den Satz so, dass er passt. \[quote\](...) parallel zur Diskussion über die Vergewaltigung und mutmaßliche Ermordung einer Studentin durch einen 17-jährigen Flüchtling in Freiburg.\[/quote\] hofft orakelt die Journalistin, deren Spürnase nicht entgeht: \[quote\]Selbst in Boulevardmedien sind keine Informationen zu finden, die über die Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft hinausgehen – alle halten dicht.\[/quote\] Nicht so unsere Bildzeitungsleserin Journalistin: Sie deckt auf, wenn Übersichtstafeln schmutzig sind und unbeteiligte Passanten Beweise vernichten Laub wegharken.
#NOZ
#noz


 
70 Jahre NRW

Das einwohnerstärkste Bundesland Deutschlands ist jünger als mein Vater. Das fiel mir als erstes ein, als ich von diesem Jubeltag hörte. Ansonsten ist das Bürgerfest in Düsseldorf hierzu gänzlich an mir vorbei gegangen. Und da bin ich fast schon Rheinländer: So leicht kriegen sie die Einheimischen nicht. Was mir noch einfiel war, dass ich Zeit meines Lebens noch nie in einem anderen Bundesland gelebt habe. Dafür in allen drei Teilen Nordrhein-Westfalens. Im Grunde halte ich das auch gar nicht für bedeutsam, aber Grund genug das mal zu beleuchten: Was hält einen denn hier, was treibt einen nicht weg? Es ist eine Medaille mit zwei Seiten: Einerseits und andererseits die Mentalität. Ich mag den Humor, der aus allen Ecken Nordrhein-Westfalens strömt, auch wenn man ihn manchmal suchen muss. Der ist direkt, verständlich, wohlwollend, nicht fies. Nationalistische Untertöne gibt es, aber nicht unbedingt in dem Bekanntenkreis, den man sich wählt. Und wenn es um das Aufstehen gegen Rechts geht, dann lassen sich Bielefelder, Düsseldorfer und Münsteraner nicht lumpen. Klaus J. Behrendt hat mal über unsere gemeinsame Heimatstadt Ibbenbüren gesagt, dass er, wenn er mal wieder dorthin käme, zu sich sagen würde: \[quote\]Ja, hier kommste weg.\[/quote\] Vielleicht ist das etwas, was einen bespringt, wenn man mal ganz das Bundesland verlässt. Ich für meinen Teil genieße Spatziergänge am Rhein und Fahradfahrten an den rheinanliegenden Wiesen, in deren Nähe ich gerade wohne, als wäre ich dort groß geworden. Andererseits ist da der Ausspruch Manni Breuckmanns, den ich im Ohr habe: \[quote\]Düsseldorfer wirst du nicht.\[/quote\] So richtig dazu gehört man als Zugezogener eben auch nie. Oder man fühlt das nur so. Kann ich mit leben, ich muss meine Identität ja nicht umstricken, um mich woanders wohl zu fühlen. Ich will auch nicht auf Teufel komm raus dazugehören. An meiner Heimatstadt gefällt mir nämlich am besten die Lage: Vor Ort hat man gute Einkaufsmöglichkeiten und auch etwas kulturelles Leben. Will man es gerne spießiger: Münster ist um die Ecke. Will man es etwas erdiger: Osnabrück einen Katzensprung entfernt. Und rauben einem die Einheimischen wieder den letzten Nerv, fährt man fix über die Grenze, setzt sich in ein Café in Enschede und lästert ordentlich ab über die Genossen jenseits der Grenze. Und ja, das können sie eben auch die Nordrhein-Westfalen: Nerven, nörgeln, schwarzmalen. Letztens im Zug hörte ich einen Mitfahrenden sagen: \[quote\]So sind die Deutschen: Haben Angst vor Überfremdung und kennen ihren Nachbarn zwei Häuser weiter nicht.\[/quote\] Man darf das Gejammer nicht zu ernst nehmen und wissen, wann man die Reißleine zieht. Dann kommt man in diesem zusammengewürfelten Bundesland bestens klar. Andererseits stößt man in NRW auch immer wieder auf jemanden, der ein großes Wort offen und gelassen ausspricht. Und das ist dan richtig zum Wohlfühlen. | csn - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Und was fällt Dir zu NRW ein? Nimm teil an der https://genussgier.wordpress.com/2016/08/24/blogparade-nrw-leben-zwischen-rhein-und-weser/" target="_blank">Blogparade: Zwischen Rhein und Weser.


 
Veranstaltungstipps 2017

Januar
12. Bernd Begemann, Hot Jazz Club, Münster
13. HG Butzko: Menschliche Intelligenz, Bürgerhaus, Ibbenbüren
14. Rufus Wainwright and Amsterdam Sinfonietta, Muziekcentrum, De Wilmersberg Zaal, Enschede
20. Ten Years After, Rosenhof, Osnabrück
21. Christian Steiffen, Scheune Lammer, Damme

Februar
3. Just Pink, Rosenhof, Osnabrück
11. De Staat, Rosenhof, Osnabrück
11. Funny Van Dannen, Sputnikhalle, Münster
17. Gotthard, Hyde Park, Osnabrück
25. Ina Müller, EmslandArena, Lingen

März
2.+3. Broilers, Halle Münsterland, Münster
7. Johnossi, Skaters Palace, Münster
11. Wanda, Hyde Park, Osnabrück
16. Bosse, EmslandArena, Lingen
17. Carl Carlton, Rosenhof, Osnabrück
14. Dana Winner, Muziekcentrum, Enschede
19. Amy MacDonald, EmslandArena, Lingen
24. Rainald Grebe, Rosenhof, Osnabrück
25. Bela B., Halle Münsterland, Münster
25. Andreas Kümmert, Hot Jazz Club, Münster
26. Donovan, Bastard Club, Osnabrück
29. John Mayall, Rosenhof, Osnabrück
31. Lalelu, Bürgerhaus Ibbenbüren

April
4. Jazzkantine, Hot Jazz Club, Münster
12. Bob Dylan, EmslandArena, Lingen

Mai
3. Tim Benzko, EmslandArena, Lingen
4. Max Raabe, Osnabrückhalle, Osnabrück
4. Tim Benzko, Halle Münsterland, Münster
7. Chris de Burgh, Osnabrückhalle, Osnabrück
8. Alexa Feser, Jovel Music Hall, Münster
10. Satanic Sufers, Gleis 22, Münster
27. Wise Guys, Osnabrückhalle, Osnabrück
30. Studio Braun, Osnabrückhalle, Osnabrück

Juni
8. Johann König, Bürgerhaus Ibbenbüren
23. Laith Al-Deen, Bramsche

Juli
Michael Patrick Kelly, Georgsmarienhütte
16. Manfred Mann's Earth Band, Georgsmarienhütte
21. Stefanie Heinzmann, Georgsmarienhütte

August
25. Doro, Rosenhof, Osnabrück

September
27. Olaf Schubert, Osnabrückhalle, Osnabrück
28. Olaf Schubert, Theater an der Wilhelmshöhe, Lingen
29. Kay Ray, Rosenhof, Osnabrück

Oktober
5. Reinhard Mey, Messe Congress Centrum, Münster
17. The Kilkennys, Jovel Music Hall, Münster
17. Jürgen von der Lippe, Halle Münsterland, Münster
19. Tanita Tikaram, Rosenhof, Osnabrück
20. Manfred Mann's Earth Band, Rosenhof, Osnabrück
24. Kraftklub, Halle Münsterland, Münster
24. Heather Nova, Lagerhalle, Osnabrück
26. Max Giesinger, Jovel, Münster
28. Dietmar Wischmeyer, Osnabrückhalle, Osnabrück
31. Casper, Halle Münsterland, Münster
31. Henning Wehland, Rosenhof, Osnabrück

November
4. Nelly, Aura
10. Ray Wilson & Band, Rosenhof, Osnabrück
11. Urban Priol, Osnabrückhalle, Osnabrück
13. Madness, Muziekcentrum, Enschede
14. Johannes Oerding, Osnabrückhalle, Osnabrück
17. + 18. Christian Steifffen, Rosenhof, Osnabrück
18. Götz Alsmann, Halle Münsterland, Münster
22. Chippendales, Osnabrückhalle, Osnabrück
24. Torsten Sträter, Osnabrückhalle, Osnabrück
28. Torfrock, Rosenhof, Osnabrück

Dezember
4. Christoph Sieber, [url=http://www.eventim.de/tickets.html?fun=evdetail&affiliate=oso&doc=evdetailb&key=1264906$8173974&xtor=AL-6071-[Linkgenerator]-[oso]]Aula am Aasee[/url], Münster
4. Materia, Halle Münsterland, Münster
7. Ina Müller, Halle Münsterland, Münster
7. Johann König, Halle Münsterland, Münster
7. Extrabreit, Rosenhof, Osnabrück
9. Dieter Nuhr, Halle Münsterland, Münster
9. Reverend Hardy Hardon, Rosenhof, Osnabrück
10. Dieter Nuhr, Osnabrückhalle, Osnabrück
10. Trailerpark, Halle Münsterland, Münster
15. Fiddler's Green, Rosenhof, Osnabrück
21. Helmut Lotti, Halle Münsterland, Münster
28.+29. Donots, Rosenhof, Osnabrück