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Beiträge die mit Andreas getaggt sind


 
In Putins Propagandastrudel

Noch mehr POPCORN! Der Journalist Thomas Ludwig, in offizieller Mission der NOZ in Russland und auf der Krim unterwegs, um sich ein eigenes Bild zu machen, ist wohl dort nicht alleine unterwegs. Hier zeigt er sich heute "in der Nähe von Domodedove" mit dem Politiker der Partei DIE LINKE, Andreas Maurer.
Andreas Maurer erwartet eine Anklage vor dem Osnabrücker Landgericht wegen *popcorngrabsch* Wahlbetrugs. Maurer hatte bei der Kommunalwahl in Quakenbrück erstaunliche 21,5% der Stimmen geholt, wobei bei der Urnenwahl unglaubliche 63% auf Maurer entfielen. Auch politisch machte er von sich reden:
\[quote\]
Den dortigen Stadtrat sowie den Kreistag von Osnabrück wollte der Linken-Kommunalpolitiker per Resolution dazu bringen, die Krim als Teil Russlands anzuerkennen. [...] Die Regierungszeitung Rossiskaja Gaseta berichtete über den Resolutionsantrag aus Kwakenbrjuk, die staatliche Nachrichtenagentur RIA schaltete Maurer live aus Simferopol zum Thema „Wahrheit über die Krim“ zu, „Russia Today“ feierte ihn als „Ausnahmeerscheinung, die „im klaren Gegensatz zum deutschen Mainstream“ steht.
\[/quote\]
Das wäre auch für mich der erste, an den ich mich ranhänge, um mir ein eigenes Bild zu machen.
#Andreas Maurer #NOZ #Popcorn

 
Beckenbauerismus bei der NOZ

POPCORN! Die Beckenbauersche Realitätsverweigerung ist im Journalismus angekommen: Die NOZ schickt einen Journalisten auf die Krim, der holt sich da etwas russische Propaganda ab und kippt die ungefiltert in die Zeitung. Und das klingt dann so:

\[quote\]Juri Konstantinowitsch Gempel ist auf die Bundeskanzlerin nicht gut zu sprechen. „Wegen der Politik von Angela Merkel kann ich meine Töchter nicht besuchen. Ist das gerecht?“ fragt Gempel. Die Antwort schwingt unausgesprochen mit. (... Seine Töchter) leben in Düsseldorf und Fulda, ein Enkel dient in der Bundeswehr. Seitdem die Krim wieder zu Russland gehört, bekommt der Vater und Großvater jedoch kein Visum mehr für Deutschland.\[/quote\]

Das stimmt so nicht. Der gute Mann kann sich durchaus von der Krim aus ein ukrainisches Visum für Deutschland besorgen. Nur ist der gute Mann Mitglied in Putins Partei, das wäre wohl parteiintern und wenn man nur einen russischen Pass besitzt eher ein Problem.

\[quote\]Vor vier Jahren, am 18. März 2014 konnte Russlands Präsident Wladimir Putin Vollzug melden: Nach ihrer Lossagung von der Ukraine wurde die Krim Teil der Russischen Föderation.\[/quote\]

Ach, die Krim hat sich von der Ukraine losgesagt? Wann ist das denn passiert? Vor oder nachdem russische Soldaten den Flugplatz besetzt haben?

\[quote\]Viele der 2,3 Millionen Bewohner wissen, was sie dem russischen Präsidenten zu verdanken haben. „Die Politik Putins hat uns 2014 vor gewalttätigen Ausschreitungen bewahrt. Er hat uns das Referendum ermöglicht, er hat uns Sicherheit und Stabilität gebracht“, erzählt Gempel\[/quote\]

Ausschreitungen gab es keine auf der Krim, das Referendum konnte man nicht als frei und demokratisch betrachten, wenn die Soldaten des okkupierenden Staates an jeder Straßenecke stehen und gerade die Stabilität ist flöten gegangen: Viele wissen nun, dass sie ihre Jobs und ihre Gelder verloren haben. Dass diverse Geschäfte schließen, die Stromversorgung eine Glückssache ist, teilweise tagelang ausfällt. Und dass sie keine Chance haben, hörbar Kritik zu äußern.

\[quote\]Russischer Lesart zufolge haben russische Streitkräfte die Krim nicht annektiert, sondern lediglich das Referendum abgesichert, mit dem sich die Menschen mehrheitlich für eine gemeinsame Zukunft mit Moskau und gegen eine Zukunft in der Ukraine ausgesprochen haben. Die internationale Gemeinschaft will davon bis heute jedoch nichts wissen. Der herrschenden juristischen Meinung zufolge handelt es sich um eine Annexion ukrainischen Staatsgebietes.\[/quote\]

Oh, nicht nur nach "der herrschenden juristischen Meinung", was immer das da für ein Kampfbegriff sein soll. Wenn sie Leute auf der Krim fragen, die nicht bloß russische Propaganda von sich geben, werden die ihnen auch erzählen, dass während des Umsturzes in der Ukraine auf der freien Krim plötzlich ungekennzeichnete Soldaten den Flughafen besetzt hielten. Und diese gaben sich irgendwann als russische zu erkennen. Von einem Referendum war da noch gar nicht die Rede, geschweige denn von einem Verlangen der Politik auf der Krim, Russland angehören zu wollen.

\[quote\]„Alles auf Kosten des kleinen Mannes. Präsident Putin spürt davon rein gar nichts, wenn er uns auf der Krim besucht“, sagt ein Mitarbeiter im Außenministerium: „Was also nützen Sanktionen?“ Schon wieder eine dieser rhetorischen Fragen.\[/quote\]

Gerade rhetorische Fragen gilt es kritisch anzugehen, was diesem Autor allerdings nicht einfällt. Es geht wohl um einen Mitarbeiter des russische Außenministeriums. Schaut man sich aber die EU-Sanktionen einmal an, treffen die eher nicht den kleinen Mann.

\[quote\]Wer durch die Straßen von Simferopol schlendert, sieht vor allem eines: viele junge Menschen. Frauen mit Kinderwagen. Familien. Neu angelegte, gut besuchte Kinderspielplätze. Straßenmusikanten. Wer ein massives Aufgebot von Sicherheitskräften erwartet hat – Fehlanzeige.\[/quote\]

Ja, wer hat das denn erwartet? Der von jeder Kritik an russischer Propaganda unangetastete Autor ergeht sich dann auf Twitter in Humor:

https://twitter.com/LudwigThs/status/975415599148011521

Wo ich dann doch noch eine Frage auf der Zunge hatte:

https://twitter.com/caasn/status/975433214205538305

https://twitter.com/LudwigThs/status/975435568648720384

Dann war wohl der ganze Text nur symbolisch.

https://twitter.com/caasn/status/975438655341973506

Und die NOZ dar sich gerne mal die Frage stellen, was sie mit diesem kritikbefreiten Urlaubsjournalismus eigentlich bezweckt?
#Andreas Maurer #NOZ #Popcorn

 
Jennifer - Sehnsucht nach was Besseres

Harald Wehmeier und Andreas Altenburgs NDR-Fernsehserie Jennifer - Sehnsucht nach was Besseres gehen gerade mit eben dieser in die zweite Staffel. Und zur Freude der Zuschauer ist dies kein lauer Aufguss der ersten: Mit Container-Ingo, gespielt von Klaas Heufer-Umlauf, wird erfolgreich eine in die Geschichte passende Figur präsentiert. Manfred Schweers (großartig fies-schmierig dargestellt von Ulrich Bähnk) übernimmt halblegal den Friseur-Salon, in dem Jennifer arbeitet, und stellt den abgehalfterten C-Promi Container-Ingo ein, der den Laden zum Laufen bringen soll. Ging die erste Staffel noch darum, dass der Kapitalismus genau die Träume unerreichbar macht, die er anpreist, haben wir nun eine Figur, die an genau dieser Stelle gescheitert ist und zurückkommt. Das alles verleiht der Comedy-Serie eine gewisse bittere Note und ist insofern von den beiden Autoren Wehmeier und Altenburg ein gelungener Sprung ins Unbekannte, waren doch bisher ihre Radio-Figuren bloß lustige Vertreter des Präkariats. Trotz dieser Wendung werden die Randfiguren liebevoll dargestellt: Jennifers Oma (herzerwärmend lebenserfahren gespielt von Doris Kunstmann), deren Freund, ihr Ex-Chef, ihr Ex-Freund, sogar sich selbst als Fans von Container-Ingo legen sie ein an ihr Fanobjekt gerichtetes entlarvendes "Du kennst auch keine Leute mehr" in den Mund, weil es auch den Fans nicht um die angehimmelten Personen selbst geht. Zwei Folgen ist die Hauptfigur fast nur Staffage, wäre sie nicht von der zauberhaften Katrin Ingendoh gespielt. Ein Serien-Juwel, leider versteckt. Die Folgen sind in der Mediathek ansehbar.
#Andreas Altenburg #Fernsehserie #Harald Wehmeier