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Items tagged with: Münsterland-Krimi


 
Stefan Holtkötter - Landgericht

An Münsterland-Krimis gibt es ja inzwischen eine Vielzahl. Auch der geborene Münsterländer und Wahl-Berliner Stefan Holtkötter möchte in diesem Fahrwasser mitschwimmen: Ein Student wird auf dem Bahnhof der fiktiven münsterländischen Stadt Gertenbeck zusammengeschlagen und getötet. Es kommt zur Gerichtsverhandlung. Doch Zweifel an den vermuteten Tätern wachsen und so wird die Geschichte aus der Sicht des Opfers und des zuständigen Kriminalkommissars aufgearbeitet.

Die Geschichte ist sprachlich nicht schlecht erzählt, krankt allerdings an fehlender Spannung und ausbleibendem Tiefgang, den vorhersehbaren Wendungen und der unverständlichen Auflösung. Man hätte auch die Ortsnamen an Trier anpassen können und es einen Trierer-Land-Krimi betiteln können. Ein Formatkrimi wie ein durchschnittlicher Tatort.

Ein Interview mit dem Autor gibt es bei http://litborken.wordpress.com/2012/12/02/stefan-holtkotter-es-passiert-doch-eine-menge-im-munsterland/" target="_blank">litBorken. Und wem's gefällt: Im September kommt der nächste Krimi des Autors.


#Münsterland-Krimi #Stefan Holtkötter

 
Alfred Bekker - Der Teufel von Münster

Ich bin doch einigermaßen positiv überrascht von dieser Mischung aus Regionalkrimi und Mysterygeschichte. Bekker schreibt spannend und unterhaltsam, und mit dem Lokalkolorit ist Bekker auch gut dabei. Dabei fällt die psychologische Seite etwas lasch aus, einige Logikbrüche sind zu verzeichnen, der Kommissar ist erstaunlich limitiert und zum Ende geht der Geschichte die Luft aus. Aber bis dahin wird man gut unterhalten. Nur wieso das Buch "Der Teufel von Münster" heißt, ist mir nicht klar geworden.

Zur Geschichte: Kommissar und Kriminalpsychologin untersuchen eine Mordserie zwischen Telgte, Ladbergen und Kattenvenne. Als ob das noch nicht skuril genug wäre, bekommen sie Unterstützung von einem ihrer Patienten, der sich für eine Sagengestalt hält. Allerdings scheint er ab und an mehr zu sehen als die Ermittler.


#Münsterland-Krimi

 
Jürgen Kehrer: Münsterland ist abgebrannt

Ganz schön verdienstvoll, wie Jürgen Kehrer, der Erfinder der Wilsberg-Reihe im ZDF, das Münsterland in den Blickpunkt der deutschen Kriminalliteratur rückt. Münsterland ist abgebrannt ist der Auftakt einer neuen Münsterlandkrimireihe und kommt schon mal näher in unserer Richtung als andere Münsterlandkrimis.

Der Plot ist eine Biopiraterie-Geschichte zwischen Nordwalde, Altenberge, Spitzbergen, Münster und Lengerich. Dass der milionenschwere Besitzer eines Unternehmens aus Lengerich auch in Lengerich wohnt, kommt mir zwar etwas merkwürdig vor, aber lassen wir das der dichterischen Freiheit. Dass die dauergeile Asiatin ausgerechnet aus dem chinesischen Dörfchen kommt, das in der Geschichte eine wesentliche Rolle spielt, dann aber so gar nichts mit der Geschichte zu tun hat - etwas irritierend. Dass im Altenheim das Maikäfer-flieg-Lied in einer Zeile zu "Münsterland ist abgebrannt" umgedichtet wird, ich mag's mir nicht vorstellen.

An den besten Stellen ist dies ein Regionalkrimi, der sich sprachlich und inhaltlich von anderen Repräsentanten seines Genres wohltuend abhebt, an schlechteren eine uninspirierte Aneinanderreihung von Hauptsätzen, die den Leser aus der Geschichte reißen. Für trübe Sommerregentage aber eine willkommene Abwechslung, nicht nur für Leute aus der Region.


#Bastian Matt #Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Sabine Schulze Gronover - Todgeweiht im Münsterland

Ja, Sie ahnen es schon, wir sind bei der Trash-Literatur unter den Münsterlandkrimis gelandet:

Todgeweiht im Münsterland ist die wirre, logikstrotzende Geschichte um einen Lektor, dem eine Dahergelaufene zuraunt, er werde gleich sterben, was er vertrauensvoll hinterherrendend erst einmal glaubt, dann wird er fast erschossen, was seine Begleitung belustigend findet, und eine Familienmordgeschichte gilt es auch noch zu lösen. Das allesamt ist albern, metaphernüberladen („Der einzige Ausgang war uns versperrt. Es gab noch zwei völlig verstaubte kleine Fenster, die höhninsch auf uns herabzublicken schienen, denn mit gefesselten Händen gab es keine Möglichkeit, diese Oberlichter zu erreichen.“) geschrieben und nimmt sich zu ernst, als dass es als Trash schon wieder gut wäre. Und das Münsterland wird auch nur namedroppend verwendet. Naja, immerhin wird hier nicht versucht, fernsehformatig für Unterhaltung zu sorgen.

Allerdings fehlt der Autorin genau das, was dem Roman (Leseprobe) fehlt: Ein vernünftiger Lektor.


#Münsterland-Krimi

 
Jörg Hartmann/ Jürgen Kehrer - Wilsberg: In alter Freundschaft

Den zweiten Wilsberg-Krimi gibt es seit letztem Jahr auch als Comic-Version (die gibt es auch online), illustriert durch Zeichnungen von Jörg Hartmann. Damit trifft man neben den zwei Fernsehermittlern nun auf die dritte bildliche Verkörperung des Georg Wilsberg. Würde mich ja wundern, wenn der es nicht noch in Münster auf die Bühne schafft.

Hartmann gelingen sehr schöne Zeichnungen Münsters und Amsterdams, das hat mir sehr gut gefallen. Der Fall ist ähnlich spannungsreich oder spannungsarm wie der erste, hat einen ähnlichen Verlauf, was aber als Comic durchaus unterhaltsam funktioniert. Die Verfilmung wartet mit der bezaubernden Barbara Rudnik auf, einem gut aufgelegten Thorsten Nindel, Thomas Schücke und einer glänzenden Rita Russek.

Worum geht's? Wilsberg muss die Verstrickungen, in die seine alte, immer noch verehrte Jugendliebe sich verfing und letzten Endes daran zu Grunde ging, entwirren. Dabei kriegt er wahlweise derbe eins auf's Maul (Buch/Comic) oder mit der Polizei zu tun (Film).


#Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Jürgen Kehrer: Kein Fall für Wilsberg

Weiterer Schritt in meinem Vorhaben, einmal die Wilsberg-Romane durchzulesen: Der vierte Schmöker der Reihe . Ein Industrieller eines Vororts von Münster wird ermordet aufgefunden. Seine Firma ist in Waffenlieferungen verstrickt und er hat ein persönliches Geheimnis. Sämtliche Figuren bis auf Wilsberg bleiben farblos, der Fall haut einen nicht vom Hocker, Lokalkolorit ist auch kaum gegeben, einzig die Mordmethode bleibt vielleicht etwas im Hinterkopf. Ansonsten geht sich dieser Text im Rausch alltäglicher Informationen zielsicher unter.


#Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Jürgen Kehrer - Und die Toten lässt man ruhen



23 Jahre nach dem Erscheinen des Buches und 18 Jahre nach der Verfilmung war es mal an der Zeit, den ersten Wilsberg unter die Lupe zu nehmen - wenn man schon einmal dabei ist, Münsterland-Krimis zu lesen.

Ein psychisch angeschlagener Mann aus Nordwalde beauftragt den Münz- und Briefmarkenhändler Georg Wilsberg, der zusätzlich als Detektiv arbetet, den vermeindlichen Selbstmord seines Bruders vor 11 bzw. 16 Jahren zu untersuchen. Wilsberg kommt einem Korruptionsskandal auf die Spur und löst das Geheimnis um den fingierten Selbstmord.

Im Buch wird die Geschichte ab und an mit etwas Lokalkolorit dekoriert, die Auflösung kommt schließlich aber etwas aus heiterem Himmel. Zum Mitraten oder -fiebern ist das nichts.

Der Film hat außer einer Verfolgungsjagd durch die Innenstadt und ein paar älteren Häusern wenig Lokalkolorit zu bieten, dafür spielen die großartige Hans-Martin Stier, Stefan Wimmer und Heinrich Schafmeister mit, letzterer der einzige, der in folgenden Wilsberg-Filmen wiederzusehen ist. Joachim Król spielt eigentlich so wie immer. Der Auftraggeber und seine Nichte werden als psychisch angeschlagener dargestellt als im Buch, was etwas überzogen wird. Der böse Kommissar wird auch etwas anders dargestellt. Ansonsten entspricht der Film in vielen Dingen der Vorlage.

Alles in allem: Harmlose Unterhaltung, die man schnell vergisst.


#Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Jürgen Kehrer: Wilsberg - Gottesgemüse

Der dritter Teil der Wilsberg-Bücher-Serie, Gottesgemüse , spielt im hochbetuchten Sekten-Milieu. Das Buch wurde nicht verfilmt, die Handlung kommt einem allerdings auch hinläufig bekannt vor. Vielleicht war das in den 90ern anders, aber unterm Strich bleibt nur eine Verfolgungsjagd nach England übrig. Weder sonderlich spannend, noch sprachlich oder inhaltlich im Gedächtnis bleibend.


#Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Jürgen Kehrer - Lambertussingen

Dies ist der zweite Teil der Bastian-Matt-Reihe vom Wilsberg-Erfinder, die etwas im Münsteraner Umfeld spielen soll: Ein Frauenmörder zieht mit seinem Campingwagen durchs Münsterland und orientiert sich beim Töten am Lied des Lambertussingens.

Kehrer legt in diesem Fall Wert auf die korrekte Beschreibung von Polizeiarbeit und Täterpsychologie. Leider geht dies stark zu Lasten der eigentlichen Geschichte, denn die ist abgelutscht, unspannend, witzlos und vorhersehbar. Und wenn Kehrer der asiatischen Gerichtsmedizinerin andichtet, dass sie dauernd deutsche Sprichwörter anwendet und dies konsequent falsch, dann nervt das irgendwann nur noch. Lokalkolorit besitzt das Buch keinen, die Figurenzeichnung ist substanzlos, es ist bei aller Spannungslosigkeit nicht schlecht geschrieben, hierbei auch besser als der Rest der Münsterlandkrimis, aber ohne rechten Pfiff.

Eine Leseempfehlung für alle, die bei dieser Serie am Ball bleiben wollen, und für Krimileser, die auf Nervenkitzel verzichten möchten.


#Bastian Matt #Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi

 
Jürgen Kehrer - Schuß und Gegenschuß

Ein abgesackter Wilsberg hat mit dem niederen Filmbusiness zu tun und trifft auf abgehalfterte Mitarbeiter des Genres. Spannung bleibt aus, Überraschungseffekte sind nicht vorhanden, Lokalkolorit und Figurenzeichnung mäßig, aber vor allem sprachlich ist dieser Teil der Krimireihe einschläfernd.

Der Autor macht nicht den Eindruck, als könne er der Figur Wilsberg noch irgendwelche interessanten Aspekte abgewinnen, die Serie hätte hier enden können - geht aber noch 12 Teile weiter.


#Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Stefan Holtkötter - Das Geheimnis von Vennhues

Tja, dann ist es wohl schon wieder sieben Jahre her, dass ich den Sechstling der Reihe um Kommissar Hambrock gelesen habe. An die Lesung erinnere ich mich auch noch sehr gut, an das Werk weniger. Aber wie ich feststellen kann: Da hat sich auch nichts getan. Die Geschichte des Erstlings ist etwas aufgepeppt, es ist halt auch der Start einer Reihe, der Protagonist bleibt aber blass, dick und blass, wenn man will, lässt sich von den Geschehnissen treiben, weil irgendwas merkwürdig ist, bleibt er halt am Ball.

Die Auflösung SPOILERALARM ist dann auch so unnaheliegend, dass sie den Leser weder umhaut, noch ihm sonderlich begreifbar ist. Was schon für den sechsten Teil galt: Die süffig geschriebene, aber spannungsarme Geschichte könnte auch problemlos irgendwo anders spielen, so ungenau sind die Orts- und Ureinwohnerbeschreibungen.


#Münsterland-Krimi #Stefan Holtkötter

 
Jürgen Kehrer: Münsterland ist abgebrannt

Bild/Foto Ganz schön verdienstvoll, wie Jürgen Kehrer, der Erfinder der Wilsberg-Reihe im ZDF, das Münsterland in den Blickpunkt der deutschen Kriminalliteratur rückt. Münsterland ist abgebrannt ist der Auftakt einer neuen Münsterlandkrimireihe und kommt schon mal näher in unserer Richtung als andere Münsterlandkrimis.

Der Plot ist eine Biopiraterie-Geschichte zwischen Nordwalde, Altenberge, Spitzbergen, Münster und Lengerich. Dass der milionenschwere Besitzer eines Unternehmens aus Lengerich auch in Lengerich wohnt, kommt mir zwar etwas merkwürdig vor, aber lassen wir das der dichterischen Freiheit. Dass die dauergeile Asiatin ausgerechnet aus dem chinesischen Dörfchen kommt, das in der Geschichte eine wesentliche Rolle spielt, dann aber so gar nichts mit der Geschichte zu tun hat - etwas irritierend. Dass im Altenheim das Maikäfer-flieg-Lied in einer Zeile zu "Münsterland ist abgebrannt" umgedichtet wird, ich mag's mir nicht vorstellen.

An den besten Stellen ist dies ein Regionalkrimi, der sich sprachlich und inhaltlich von anderen Repräsentanten seines Genres wohltuend abhebt, an schlechteren eine uninspirierte Aneinanderreihung von Hauptsätzen, die den Leser aus der Geschichte reißen. Für trübe Sommerregentage aber eine willkommene Abwechslung, nicht nur für Leute aus der Region.


#Bastian Matt #Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Stefan Holtkötter - Landgericht

An Münsterland-Krimis gibt es ja inzwischen eine Vielzahl. Auch der geborene Münsterländer und Wahl-Berliner Stefan Holtkötter möchte in diesem Fahrwasser mitschwimmen: Ein Student wird auf dem Bahnhof der fiktiven münsterländischen Stadt Gertenbeck zusammengeschlagen und getötet. Es kommt zur Gerichtsverhandlung. Doch Zweifel an den vermuteten Tätern wachsen und so wird die Geschichte aus der Sicht des Opfers und des zuständigen Kriminalkommissars aufgearbeitet.

Die Geschichte ist sprachlich nicht schlecht erzählt, krankt allerdings an fehlender Spannung und ausbleibendem Tiefgang, den vorhersehbaren Wendungen und der unverständlichen Auflösung. Man hätte auch die Ortsnamen an Trier anpassen können und es einen Trierer-Land-Krimi betiteln können. Ein Formatkrimi wie ein durchschnittlicher Tatort.

Ein Interview mit dem Autor gibt es bei http://litborken.wordpress.com/2012/12/02/stefan-holtkotter-es-passiert-doch-eine-menge-im-munsterland/" target="_blank">litBorken. Und wem's gefällt: Im September kommt der nächste Krimi des Autors.


#Münsterland-Krimi

 
Sabine Schulze Gronover - Todgeweiht im Münsterland

Bild/Foto Ja, Sie ahnen es schon, wir sind bei der Trash-Literatur unter den Münsterlandkrimis gelandet:

Todgeweiht im Münsterland ist die wirre, logikstrotzende Geschichte um einen Lektor, dem eine Dahergelaufene zuraunt, er werde gleich sterben, was er vertrauensvoll hinterherrendend erst einmal glaubt, dann wird er fast erschossen, was seine Begleitung belustigend findet, und eine Familienmordgeschichte gilt es auch noch zu lösen. Das allesamt ist albern, metaphernüberladen („Der einzige Ausgang war uns versperrt. Es gab noch zwei völlig verstaubte kleine Fenster, die höhninsch auf uns herabzublicken schienen, denn mit gefesselten Händen gab es keine Möglichkeit, diese Oberlichter zu erreichen.“) geschrieben und nimmt sich zu ernst, als dass es als Trash schon wieder gut wäre. Und das Münsterland wird auch nur namedroppend verwendet. Naja, immerhin wird hier nicht versucht, fernsehformatig für Unterhaltung zu sorgen.

Allerdings fehlt der Autorin genau das, was dem Roman (Leseprobe) fehlt: Ein vernünftiger Lektor.


#Münsterland-Krimi

 
Alfred Bekker - Der Teufel von Münster

Bild/Foto Ich bin doch einigermaßen positiv überrascht von dieser Mischung aus Regionalkrimi und Mysterygeschichte. Bekker schreibt spannend und unterhaltsam, und mit dem Lokalkolorit ist Bekker auch gut dabei. Dabei fällt die psychologische Seite etwas lasch aus, einige Logikbrüche sind zu verzeichnen, der Kommissar ist erstaunlich limitiert und zum Ende geht der Geschichte die Luft aus. Aber bis dahin wird man gut unterhalten. Nur wieso das Buch "Der Teufel von Münster" heißt, ist mir nicht klar geworden.

Zur Geschichte: Kommissar und Kriminalpsychologin untersuchen eine Mordserie zwischen Telgte, Ladbergen und Kattenvenne. Als ob das noch nicht skuril genug wäre, bekommen sie Unterstützung von einem ihrer Patienten, der sich für eine Sagengestalt hält. Allerdings scheint er ab und an mehr zu sehen als die Ermittler.


#Münsterland-Krimi

 
Jürgen Kehrer - Und die Toten lässt man ruhen



23 Jahre nach dem Erscheinen des Buches und 18 Jahre nach der Verfilmung war es mal an der Zeit, den ersten Wilsberg unter die Lupe zu nehmen - wenn man schon einmal dabei ist, Münsterland-Krimis zu lesen.

Ein psychisch angeschlagener Mann aus Nordwalde beauftragt den Münz- und Briefmarkenhändler Georg Wilsberg, der zusätzlich als Detektiv arbetet, den vermeindlichen Selbstmord seines Bruders vor 11 bzw. 16 Jahren zu untersuchen. Wilsberg kommt einem Korruptionsskandal auf die Spur und löst das Geheimnis um den fingierten Selbstmord.

Im Buch wird die Geschichte ab und an mit etwas Lokalkolorit dekoriert, die Auflösung kommt schließlich aber etwas aus heiterem Himmel. Zum Mitraten oder -fiebern ist das nichts.

Der Film hat außer einer Verfolgungsjagd durch die Innenstadt und ein paar älteren Häusern wenig Lokalkolorit zu bieten, dafür spielen die großartige Hans-Martin Stier, Stefan Wimmer und Heinrich Schafmeister mit, letzterer der einzige, der in folgenden Wilsberg-Filmen wiederzusehen ist. Joachim Król spielt eigentlich so wie immer. Der Auftraggeber und seine Nichte werden als psychisch angeschlagener dargestellt als im Buch, was etwas überzogen wird. Der böse Kommissar wird auch etwas anders dargestellt. Ansonsten entspricht der Film in vielen Dingen der Vorlage.

Alles in allem: Harmlose Unterhaltung, die man schnell vergisst.


#Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Jörg Hartmann/ Jürgen Kehrer - Wilsberg: In alter Freundschaft

Bild/Foto Den zweiten Wilsberg-Krimi gibt es seit letztem Jahr auch als Comic-Version (die gibt es auch online), illustriert durch Zeichnungen von Jörg Hartmann. Damit trifft man neben den zwei Fernsehermittlern nun auf die dritte bildliche Verkörperung des Georg Wilsberg. Würde mich ja wundern, wenn der es nicht noch in Münster auf die Bühne schafft.

Hartmann gelingen sehr schöne Zeichnungen Münsters und Amsterdams, das hat mir sehr gut gefallen. Der Fall ist ähnlich spannungsreich oder spannungsarm wie der erste, hat einen ähnlichen Verlauf, was aber als Comic durchaus unterhaltsam funktioniert. Die Verfilmung wartet mit der bezaubernden Barbara Rudnik auf, einem gut aufgelegten Thorsten Nindel, Thomas Schücke und einer glänzenden Rita Russek.

Worum geht's? Wilsberg muss die Verstrickungen, in die seine alte, immer noch verehrte Jugendliebe sich verfing und letzten Endes daran zu Grunde ging, entwirren. Dabei kriegt er wahlweise derbe eins auf's Maul (Buch/Comic) oder mit der Polizei zu tun (Film).


#Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Jürgen Kehrer: Wilsberg - Gottesgemüse

Der dritter Teil der Wilsberg-Bücher-Serie, Gottesgemüse Image/photo , spielt im hochbetuchten Sekten-Milieu. Das Buch wurde nicht verfilmt, die Handlung kommt einem allerdings auch hinläufig bekannt vor. Vielleicht war das in den 90ern anders, aber unterm Strich bleibt nur eine Verfolgungsjagd nach England übrig. Weder sonderlich spannend, noch sprachlich oder inhaltlich im Gedächtnis bleibend.


#Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Jürgen Kehrer: Kein Fall für Wilsberg

Bild/FotoWeiterer Schritt in meinem Vorhaben, einmal die Wilsberg-Romane durchzulesen: Der vierte Schmöker der Reihe Bild/Foto. Ein Industrieller eines Vororts von Münster wird ermordet aufgefunden. Seine Firma ist in Waffenlieferungen verstrickt und er hat ein persönliches Geheimnis. Sämtliche Figuren bis auf Wilsberg bleiben farblos, der Fall haut einen nicht vom Hocker, Lokalkolorit ist auch kaum gegeben, einzig die Mordmethode bleibt vielleicht etwas im Hinterkopf. Ansonsten geht sich dieser Text im Rausch alltäglicher Informationen zielsicher unter.


#Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Jürgen Kehrer - Lambertussingen

Bild/Foto Dies ist der zweite Teil der Bastian-Matt-Reihe vom Wilsberg-Erfinder, die etwas im Münsteraner Umfeld spielen soll: Ein Frauenmörder zieht mit seinem Campingwagen durchs Münsterland und orientiert sich beim Töten am Lied des Lambertussingens.

Kehrer legt in diesem Fall Wert auf die korrekte Beschreibung von Polizeiarbeit und Täterpsychologie. Leider geht dies stark zu Lasten der eigentlichen Geschichte, denn die ist abgelutscht, unspannend, witzlos und vorhersehbar. Und wenn Kehrer der asiatischen Gerichtsmedizinerin andichtet, dass sie dauernd deutsche Sprichwörter anwendet und dies konsequent falsch, dann nervt das irgendwann nur noch. Lokalkolorit besitzt das Buch keinen, die Figurenzeichnung ist substanzlos, es ist bei aller Spannungslosigkeit nicht schlecht geschrieben, hierbei auch besser als der Rest der Münsterlandkrimis, aber ohne rechten Pfiff.

Eine Leseempfehlung für alle, die bei dieser Serie am Ball bleiben wollen, und für Krimileser, die auf Nervenkitzel verzichten möchten.


#Bastian Matt #Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi

 
Jürgen Kehrer - Schuß und Gegenschuß

Bild/Foto Ein abgesackter Wilsberg hat mit dem niederen Filmbusiness zu tun und trifft auf abgehalfterte Mitarbeiter des Genres. Spannung bleibt aus, Überraschungseffekte sind nicht vorhanden, Lokalkolorit und Figurenzeichnung mäßig, aber vor allem sprachlich ist dieser Teil der Krimireihe einschläfernd.

Der Autor macht nicht den Eindruck, als könne er der Figur Wilsberg noch irgendwelche interessanten Aspekte abgewinnen, die Serie hätte hier enden können - geht aber noch 12 Teile weiter.


#Jürgen Kehrer #Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Detlef Krischak - Der Rosenfälscher: Das zweite ich

Ich habe schon etwas länger keinen Lokalkrimi mehr in die Hand genommen, da ich, ehrlich gesagt, die Qualität nicht mehr abkonnte: Zu viele schlecht geschriebene Passagen, irrwitzige Handlungsverläufe, keine Spannung, kein Lokalkolorit, das will man nicht immer und immer wieder lesen. Aus welchem Grund ich diesen Schmöker danach dennoch wieder in die Hand genommen habe, weiß ich gar nicht mehr.

Image/photoUm so freudiger ist dieser Ibbenbüren-Krimi: Viele Figuren, die charakterlich verschieden eingeführt werden, eine dramatische Handlung und das alles verziert mit Streifzügen durchs Ems- und Tecklenburger Land. Es geht um Entführung, Mord und kranke Seelen, um den Polizeialltag, bei dessen Beschreibung Klaus Burandt zur Seite stand, und schodderige Provinznasen. Die Sprache ist passend und ohne Bruch (zwei Rechtschreibfehler fallen nicht ins Gewicht). Ein Kriminalschmöker, der verfilmbar ist (wie großartig wäre das denn) und es locker mit Unter Feinden aufnehmen kann.

Die psychologische Situation des Täters (er hat doch seine Jugendliebe bekommen) wird mir inhaltlich nicht recht klar, die Spannung wird nicht durchweg gehalten, wieso die Verfolgungsjagd unbedingt in die Ibbenbürener Innenstadt führt: keine Ahnung; dass der Ibbenbürener Kommissar Carsten heißt: Großartige Idee.

Falls also noch jemand kurzfristig ein Geschenk zu Weihnachten sucht: Für Krimileser ist dies eine echte Empfehlung.


#Münsterland-Krimi

 
Jürgen Kehrer — Wilsberg 7 & 8. Das Kappensteinprojekt | Das Schapdettenvirus

Ja, ich wunderte mich schon mal, ob der Qualität der Vorlage der ZDF-Serie, auch der Band Das Kappensteinprojekt ist ungeneim angestaubt und hat mit dem Flair der Serie nicht viel gemein. Hier ist der Titelheld unter Politikern forschend und sexuell aktiv.
Beim Band Das Schapdettenvirus hatte ich die unnötige Hoffnung, man könnte Passendes zur aktuellen Pandamiezeit geben - Pustekuchen. Ansonsten spannungslos und nicht überzeugend.


#Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Detlef Krischak — Falsche Brut

Der zweite Teil der Ibbenbürener Krimireihe kommt erwartungsgemäß stimmig daher: Die altbekannten Figuren haben es dieses Mal mit Mord und Entführung im Zuge familiärer Verwerfungen zu tun. Die örtlichen Beschreibungen sind gut, die Dialoge weniger: Wenn Kriminalbeamte und Befragte sich unterhalten, dann kommt viel zu schnell und seitens Verdächtiger komplett unnötig das heraus, was zu erfragen war. Spannung kommt leider keine auf, dafür wird es ganz lustig, wenn ein Unternehmer namens Engel über seinen Keller befragt wird, und im folgenden vom Autor nur noch Keller genannt wird. Das könnte man mal in Gänze romanartig verwursten, ist hier aber nur ein Fehler.

Alles in allem eine kurzweilige Lektüre, die nicht enttäuscht, aber auch nicht fesselt oder überrascht.




#Münsterland-Krimi

 
Jürgen Kehrer - Bären und Bullen

Ich hatte mich vor Kurzem gewundert, dass ich doch schon seit längerem keinen Wilsberg-Krimi mehr zur Hand genommen habe. Aber bei diesem Bändchen ist es mir wieder deutlich vor Augen geführt worden: Die Buchserie ist langweilig, spannungsarm, die Krimiauflösung kommt aus dem Nichts und angestaubt ist die Buzzword gespickte Börsengeschichte aus den 90ern auch.


#Münsterland-Krimi #Wilsberg

 
Jürgen Flenker – Das Rattenorakel

Falls jemand noch ein Büchlein sucht, das er unter den Weihnachtsbaum legen möchte, hergehört: Dieser kleine Schmöker zählt zumindest sprachlich zum Besten, was das münsterländische Krimi-Genre zu bieten hat. Das kommt dann vor allem den Figuren zu Gute, die der Sprakeler Autor in seiner Geschichte zu bieten hat: Kommissar Rico Wende, der vom Leben etwas gebeutelt, solo und seine Mutter im Auge habend, eine Serie vermisster Kinder aufzuspüren hat. Ja, ein Rattenfänger wie der aus Hameln ist im Münsterland unterwegs, eine Idee, die blöde klingt und blöde ist. Das ist dann auch der Hauptmakel dieses Schmökers: Spannung kommt nicht auf; dass aus der Tätersicht erzählt wird - ein alter Regionalkrimihut; das Motiv des Täters - gänzlich unerklärlich; die Auflösung - schnell vergessen. Und dennoch: Für Interessierte an Regionalliteratur eine unterhaltsame Lektüre.


#Münsterland-Krimi

 
Stefan Holtkötter - Das Geheimnis von Vennhues

Tja, dann ist es wohl schon wieder sieben Jahre her, dass ich den Sechstling der Reihe um Kommissar Hambrock gelesen habe. An die Lesung erinnere ich mich auch noch sehr gut, an das Werk weniger. Aber wie ich feststellen kann: Da hat sich auch nichts getan. Die Geschichte des Erstlings ist etwas aufgepeppt, es ist halt auch der Start einer Reihe, der Protagonist bleibt aber blass, dick und blass, wenn man will, lässt sich von den Geschehnissen treiben, weil irgendwas merkwürdig ist, bleibt er halt am Ball.

Die Auflösung SPOILERALARM ist dann auch so unnaheliegend, dass sie den Leser weder umhaut, noch ihm sonderlich begreifbar ist. Was schon für den sechsten Teil galt: Die süffig geschriebene, aber spannungsarme Geschichte könnte auch problemlos irgendwo anders spielen, so ungenau sind die Orts- und Ureinwohnerbeschreibungen.


#Münsterland-Krimi #Stefan Holtkötter

 
Stefan Holtkötter - Landgericht

An Münsterland-Krimis gibt es ja inzwischen eine Vielzahl. Auch der geborene Münsterländer und Wahl-Berliner Stefan Holtkötter möchte in diesem Fahrwasser mitschwimmen: Ein Student wird auf dem Bahnhof der fiktiven münsterländischen Stadt Gertenbeck zusammengeschlagen und getötet. Es kommt zur Gerichtsverhandlung. Doch Zweifel an den vermuteten Tätern wachsen und so wird die Geschichte aus der Sicht des Opfers und des zuständigen Kriminalkommissars aufgearbeitet.

Die Geschichte ist sprachlich nicht schlecht erzählt, krankt allerdings an fehlender Spannung und ausbleibendem Tiefgang, den vorhersehbaren Wendungen und der unverständlichen Auflösung. Man hätte auch die Ortsnamen an Trier anpassen können und es einen Trierer-Land-Krimi betiteln können. Ein Formatkrimi wie ein durchschnittlicher Tatort.

Ein Interview mit dem Autor gibt es bei http://litborken.wordpress.com/2012/12/02/stefan-holtkotter-es-passiert-doch-eine-menge-im-munsterland/" target="_blank">litBorken. Und wem's gefällt: Im September kommt der nächste Krimi des Autors.
#Münsterland-Krimi